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 Kategorie: Astronomie

Kleinster Erdähnlicher Planet entdeckt
Erdähnlichster Planet unter 170 Exoplaneten
26.01.2006  10:38 Uhr



Artist View- Exoplanet
© NSF


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Heidelberg / Deutschland - In der morgigen Ausgabe der Zeitschrift NATURE wird über die Entdeckung eines kleinen, "coolen" Planeten mit der Gravitationslinsenmethode berichtet: bei etwa 5,5-mal der Masse der Erde ist er der "erdähnlichste" unter allen 170 Exoplaneten, die bisher bekannt sind.

Sein Abstand vom Mutterstern ist 2,6 mal so groß wie unsere Entfernung von der Sonne; seine geschätzte Oberflächentemperatur ist mit minus 220 Grad Celsius daher sehr viel niedriger als unsere.

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Der neu entdeckte Planet mit dem sehr technischen Namen OGLE-2005-BLG-390Lb wurde nicht direkt "gesehen", er verriet seine Existenz durch seine Schwerkraftwirkung. Schon seit vielen Jahren sucht das "PLANET-Team", eine Gruppe von 30 Wissenschaftlern aus zehn Ländern, mit dem Gravitationslinseneffekt oder "Microlensing" nach Planeten um andere Sterne. Die Methode basiert auf einer Vorhersage Einsteins: Lichtstrahlen werden durch die Anziehungskraft anderer himmlischer Körper wie Materie angezogen und dadurch von ihrer geraden Richtung abgelenkt. Diese Wirkung ist in den meisten Fällen allerdings unmessbar klein.

Wenn nun aber ein Vordergrundstern direkt vor einem Hintergrundstern vorbeiläuft, dann führt das dazu, dass wir auf der Erde infolge der Lichtablenkung mehr Lichtstrahlen des Hintergrundsterns erhalten: er erscheint uns kurzzeitig heller. Es kann einige Wochen oder Monate dauern, bis der Hintergrundstern wieder seine ursprüngliche schwächere Helligkeit erreicht hat

Am 10. August 2005 war es dann soweit: das Mikrolinsen-Ereignis OGLE-2005-BLG-390, das sich bis dahin wenig spektakulär von seiner Maximal-Helligkeit, die dreimal über der "normalen" lag, wieder auf die Grundstufe zurück bewegte, zeigte eine kurzzeitige Abweichung. Dieses zweite Maximum hatte genau den Verlauf, den man von einem Planetenbegleiter erwartete, allerdings hatte es nur 15 Stunden gedauert. Die mit hoher Signifikanz abweichenden Messpunkte waren von fünf verschiedene Observatorien bestätigt worden: das Ereignis war real.

Da der Linsenstern selbst zu schwach ist, um direkt gesehen zu werden, kann dessen Masse nicht exakt bestimmt werden: vermutlich liegt sie zwischen 10% und 40% der Sonnenmasse, wobei der wahrscheinlichste Wert bei 20% liegt. Damit ergibt sich für die Planetenmasse als wahrscheinlichster Wert 5,5 mal die Erdmasse. Der Abstand des Planeten zum Mutterstern liegt bei etwa 2,6 mal dem Abstand zwischen Erde und Sonne, so dass er ungefähr zehn Erdenjahre für einen Umlauf braucht.

Bedingt durch den schwachen Mutterstern und den großen Abstand erhält der Planet nur etwa 0,1% der Energie, die uns von der Sonne erreicht. Deshalb wird die Oberflächentemperatur auf etwa 50 Kelvin geschätzt, das sind -220 Grad Celsius: vergleichbar mit den Temperaturen auf Neptun oder Pluto, den äußeren Planeten in unserem Sonnensystem. Die Entfernung dieses extrasolaren Planetensystems ist riesig groß: es befindet sich etwa 22 000 Lichtjahre weit weg von uns. Damit ist eine weitere Untersuchung des Planeten so gut wie ausgeschlossen.

Die besondere Bedeutung dieser Entdeckung liegt darin, dass dies unter allen bekannten Exo-Planeten derjenige mit der geringsten Masse ist. Er ist damit - was die Masse betrifft - der "erd-ähnlichste". Wahrscheinlich handelt es sich um einen Eis- oder Gesteinsplaneten von der gleichen Sorte wie Erde, Venus und Mars. Dieser Planeten-Typ sollte nach unserem gegenwärtigen Verständnis von Planeten-Entstehung in viel größerer Zahl vorhanden sein als die "heißen Jupiters". OGLE-2005-BLG-390-Lb ist der dritte mit der Microlensing-Methode gefundene Planet.
(MF)


Quelle:
idw



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