09.02.2006
 23:52 Uhr

 Suchen & Finden:






 Anzeige:
Reallusions FM - Der erste deutschsprachige Para-WebCaster



 Anzeige:
JUFOF Ausgabe 161 der GEP e.V.



 Kategorie: Biologie

Biologische Evolution
Optimierung am Computer
03.01.2006  09:00 Uhr



Archiv: Computer - Baumeister der Biologie?
© GNU


 Anzeigen und Specials:




GESCHENKIDEE
Die Sterntaufe: Benennen Sie symbolisch einen echten Stern. Mit Urkunde, Sternkarten und viel Zubehör - original von MySTAR®.
www.mystar.de




Testen Sie jetzt die
Süddeutsche Zeitung
2 Wochen kostenlos und unverbindlich!



Jena / Deutschland - Auf seine Nase kann sich der hungrige Mensch verlassen - sie weist ihm sicher den Weg zum köstlich duftenden Suppentopf auf dem Küchenherd oder zum nächsten Bratwurststand auf der Straße. Bakterien hingegen haben weder eine Nase noch ein Nervensystem wie höher entwickelte Lebewesen, und trotzdem ändern sie ihre Bewegung, wenn sie Nahrungsvorkommen ausmachen. "Sie verfügen also über einen Mechanismus, um ihre Umwelt wahrzunehmen und um sich mitzuteilen", beschreibt Thorsten Lenser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena eine Erkenntnis der biologischen Wissenschaft, die den Informatiker herausfordert.

Anzeige:




"Zwar wissen die Biologen schon sehr genau über einzelne Zellbestandteile Bescheid, doch das ganze System birgt noch viele Geheimnisse", sagt Lenser. Bei der Entschlüsselung der "Morsezeichen", die Zellen und Zellbestandteile miteinander austauschen, und bei der Rekonstruktion zellulärer Signalnetzwerke will eine Gruppe Jenaer Informatiker den Biologen jetzt helfen. Gemeinsam mit Kollegen von Universitäten aus Birmingham, Dublin und Eindhoven ist die Jenaer Nachwuchsgruppe "Biosystemanalyse" von Dr. Peter Dittrich an dem EU-Projekt "Evolving Cell Signalling Network in Silico" beteiligt, das am 1. Januar 2006 seine Arbeit aufgenommen hat. 1,6 Millionen Euro stellt die EU dem Projekt aus ihrem Forschungsförderprogramm zur Verfügung. "Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Informatik die Evolution natürlicher Signalnetzwerke im Computer nachzuspielen, um so deren Arbeitsweise aufklären zu können", erläutert Dr. Dittrich.

Dabei gehe es nicht einfach darum, natürliche Systeme am Computer zu kopieren. Die Bioinformatiker bedienen sich vielmehr des Computers als intelligentem Baumeister. "Wir geben ihm eine bestimmte Anzahl von Komponenten wie Chemikalien und Reaktionsmuster vor, die in den natürlichen Prozessen benutzt werden", so Dittrich. "Der Computer kann sie dann vielfach rekombinieren." Mittel zum Zweck ist dabei ein so genannter evolutionärer Algorithmus, den die Jenaer Informatiker entwickeln. "Nach dieser Handlungsvorschrift errechnet der Computer mehrere mögliche Lösungen für ein Problem, sortiert die besten Varianten davon aus und experimentiert mit diesen weiter", erklärt Thorsten Lenser das Prinzip. Mit dieser Ergebnis-Kette vollziehe der Rechner praktisch die Evolution nach.

"In der Natur haben sich die effektivsten Lösungen für bestimmte Aufgaben über Jahrmillionen durchgesetzt. Mit Hilfe der Informatik können wir diesen Prozess in wesentlich kürzerer Zeit nachvollziehen", ergänzt Dr. Dittrich. So werde es möglich, das Wissen über biologische Prozesse immer mehr zu verfeinern und Erkenntnislücken zu schließen. Die Variantenspiele des Computers könnten den Biologen auch Hinweise darauf geben, an welcher Stelle der Reaktionskette Eingriffe möglich sind, etwa um Krankheiten zu verhindern.

Das Forschungsprojekt zur Simulation natürlicher Signalnetzwerke ist vorerst auf drei Jahre angelegt. Mit den EU-Geldern werden an der Universität Jena für diese Zeit am Institut für Informatik zwei Wissenschaftlerstellen sowie drei studentische Hilfskräfte finanziert.
(JB)


Quelle:
idw



>>> diesen Beitrag einem Freund per eMail empfehlen <<<


  Weitere News aus der Kategorie Biologie
 08.02.2006 - Neue Methoden zur DNS-Extraktion
 05.02.2006 - Ursprung der Menschen in Mittelasien
 31.01.2006 - Fettleibigkeit bei Hühner ansteckend
 28.01.2006 - Eine Streckbank für das DNA-Knäuel
 26.01.2006 - Pflanzen können sich selbst verteidigen
 21.01.2006 - Erste Analyse von Chromosom 8
 05.01.2006 - Verbesserter Gen-Weizen

Veröffentlichung und Weitergabe, auch auszugsweise, bei Newsbeiträgen unter Angabe der Quelle (www.paranews.net) mit Hyperlink zu www.paranews.net nur zu nicht kommerziellen Zwecke gestattet.
Bilder, Artikel, Dokumentationen, Interviews, u.a. dürfen nur nach vorher schriftlich erteilter Genehmigung durch den Verlag veröffentlicht oder vervielfältigt werden.
Alle Rechte vorbehalten.



 neue Beiträge in Thema:

...........................

 Super Webcast!!!

...........................

 Gewinnspiel 9. Feber

...........................

 Deutschlands Skeptiker Nr. 1

...........................

 Bedeutung der Geistwesen für Naturvölker

...........................

 meine eigene sichtung

...........................





 Aktuelle Umfrage

Zeichen bei der Area51

So. 5.2. bis So. 19.2.


 Anzeige






Alle Angebote, Dienste und Services von www.paranews.net unterliegen dem alleinigen Urheber- und Nutzungsrecht von www.paranews.net und seinen lizenzierten Partnern.
Nachrichten | Artikel | Archiv-Suche | Kino-Empfehlungen | RSS-Feed | Impessum
© 2004 - 2006 www.paranews.net Limited, All rights reservred