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Pflanzen besitzen Intelligenz
Ein Artikel von Philipp Kunz
Online seit 16.09.2005 08:00 Uhr
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In Laboratorien des Dipartimento di Ortoflorofrutticoltura, der Universität Florenz, hat der Wissenschaftler Stefano Mancuso, zusammen mit seinem Kollegen Frantißek Balußka, vom Institut für zelluläre und molekulare Botanik der Universität Bonn, Pflanzen zu extremen Reaktionen anregen können.
Die ersten Analysen der Studie ergaben, dass auch Pflanzen eine Art Intelligenz besitzen. Mittels blitzschneller Gartenscherenschnitte, knapp über der Wurzel einer Arabidopsis thaliana -Ackerschmalwand-, fanden die beiden Wissenschaftler heraus, dass in den Wurzeln Botenstoffe freigesetzt werden Frantißek Balußka ist der Ansicht, dass aufgrund der jüngsten Erkenntnisse, das Bewusstsein der Menschen gegenüber Pflanzen geändert werden müsse. Die beiden Forscher ordneten bereits jetzt den Gewächsen einige Sinne zu, die dem menschlichen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten sehr ähnlich sind. Die beiden Forscher trauen der Flora jedoch noch mehr zu, als bisher angenommen und so wird der Spruch: Dumm wie Stroh, bald der Vergangenheit angehören.
Nun haben die Mancuso und Balußka, zusammen mit Kollegen aus den USA, die Society for Plant Neurobiology gegründet. Allerdings könnte die Namensgebung des Institutes für Missverständnisse sorgen, denn Signalübertragung durch Nerven wäre bei Pflanzen ein wenig fehl am Platze. Bei Mensch und Tieren gehen keine elektrischen Impulse, im herkömmlichen Sinne, durch den Körper, des weiteren gibt es auch keine spezifische Datenleitungen. Dieter Volkmann und Balußka, entdeckten jedoch im Blumenstengel der Schneeglöckchen eine Art Signalsystem.
Die Wissenschaftler konnten mittlerweile eine ganze Reihe von verblüffenden Ergebnissen sammeln und eine grobe Unterschätzung der Sinnesleistung von Pflanzen nachweisen. Das Team kam durch folgende Tests zu den Untersuchungsergebnissen:
Fühlen: Durch Streicheln mit Baumwolle ändert der Sonnenblumenkeimling die Richtung beim Wachsen.
Sehen: Durch den anderen Blau- und Rot- Anteil von reflektiertem Licht im Gegensatz zu direktem Sonnenlicht, kann die Blume Portulaca beides voneinander unterscheiden.
Schmecken: Die Wurzeln von Landpflanzen wachsen auf mineralreichere Orte im Boden zu.
Riechen und Kommunizieren: Wenn Mais durch Käferlarven angeknabbert wird, produziert er ein Insektengift, und gibt einen Botenstoff an seine Umgebung ab, sodass Nachbarpflanzen diesen aufnehmen können. Nun kann diese wiederum zur Prophylaxe mit ihrer Giftproduktion anregen.
Die konventionelle Wissenschaft distanziert sich von solchen Leuten und versucht mittel neuartiger Verfahren, einen Einblick in das Innere der Pflanzen zu bekommen. Einige Forscher wenden ein Kontrastmittel zur Sichtbarmachung an. Hierbei werden bestimmte Proteine mit Leuchtstoffen versetzt, welche die Reaktionen, innerhalb der Zellen verfolgen, da dort elektrische Potenziale vorhanden sind. Diese Potenziale können mit speziellen elektrophysiologischen Messgeräten erfasst werden. Auch bei Mensch und Tier werden Informationen elektrisch übertragen. Dies geschieht mit Nerven und Synapsen. Dieter Volkmann gibt an, dass die Übertragung innerhalb eines Pflanzenkörpers um 1000 mal langsamer ist, als die Übertragung in Nerven. „Die Kommunikation zwischen den Pflanzen erfolgt mit Duftstoffen“, fuhr Volkmann fort.
Da Pflanzen nicht davonlaufen können, benutzen sie als Lebensstrategie ein Optimum an Wachstum. Nach bisheriger Lehrmeinung haben Pflanzen angepasste Systeme entwickelt, die zu einem großen Teil recht raffiniert und abgestimmt sind, allerdings hat es den Anschein als würden sie alle einem biologisch ausgerichteten Programm folgen. Anthony Trewavas fand bei geklonten Pflanzen heraus, dass sie sich unter den gleichen Bedingungen unterschiedlich verhalten.
Pantheisten glauben, dass Gott in allem wiederzufinden ist, was die Natur zu bieten hat. Esoteriker-Laien sorgen sich um den Schmerz bei angeritzten Bäumen. Selbst Rudolf Steiner hatte die Betrachtung, dass man Pflanzen wie Mitgeschöpfe der Menschen behandeln sollte und Anthony Trewavas, als Maskottchen, Vordenker und Übervater der Pflanzenneurobiologie, heroisiert mit der Aussage, dass das Wort Intelligenz nicht umsonst auf inter legere (lateinisch = auswählen) zurückzuführen ist.
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