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Kamtschatka - Obwohl offiziell nur Sauerstoffvorräte für 24 Stunden vorhanden waren, überlebten die 7 Matrosen der Pris. Sie gingen mit den Sauerstoff freisetzenden Regenerationspatronen besonders sparsam um: Statt nach den vorgesehenen acht Stunden zogen sie den Wechsel 14, teilweise sogar 19 Stunden hinaus, bis Übelkeit und Lähmungszustand unerträglich wurden.
Der Trinkwasservorrat wurde gerecht aufgeteilt, jeder bekam drei bis vier Schluck pro Tag. In einem Staufach fanden die Verünglückten etwas vorjähriger Zwieback, für jeden gab es täglich einen Happen. Im hinterem Teil des Schiffes war es 10 Grad wärmer- dort lagen die Männer dicht aneinander.
Die sieben Geretteten, die eine Woche in einem Militärkrankenhaus bleiben sollen, sprachen unterdessen recht freimütig mit russischen Pressevertretern – und auch ihrem Verteidigungsminister. Dabei berichteten sie, dass es keinesfalls zuerst um die Rettung der Besatzung ging. Wie die Tageszeitung Kommersant berichtet, kam es bereits bei der ersten Anfrage der Verünglückten zu Missstimmigkeiten. Als die Eingeschlossenen über Funk baten, das U-Boot doch samt der Antennenanlage mit Schleppern loszureißen, sei die Antwort gekommen, dies sei unmöglich: "Aus Moskau gab es Befehl, die Antenne zu schonen," teilte man ihnen von der Oberfläche aus mit.
Möglicherweise verdanken die Seeleute ihr Leben einer anonymen Anruferin, die sich am Freitag bei einer Radiostation in Petropawlowsk als U-Boot-Fahrer-Gattin vorstellte und als erste von der Havarie berichtete. Erst nachdem der Vorfall veröffentlicht wurde, wurde um Internationale Hilfe gebeten.
Verteidigungsminister Sergej Iwanow berichtete, dass sich die Russische Flotte 2 mobile Tauchroboter des Typs Scorpio 45 anschaffen werden. Diese wurden von britischen Spezialisten eingesetzt und bewährten sich bei der Bergung des U-Bootes.
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