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Berlin - Der Eispickel, mit dem der russische Revolutionär Leo Trotzki vor 65 Jahren erschlagen wurde, ist in Mexiko aufgetaucht. Die Tochter des Diebes der Mordwaffe will das Instrument jetzt zu Geld machen.
Fast genau 65 Jahre nach dem Mord an Leo Trotzki tauchte die angebliche Mordwaffe, ein Eispickel, an dem Trotzkis Blut klebt, in Mexiko-City auf. Ana Alicia Salas, die Tochter eines Polizisten, der damals zur Sicherung des Tatortes abgestellt war, präsentierte den Eispickel jetzt der Öffentlichkeit. Nach ihren Angaben hatte der Vater das Tatwerkzeug aus der Asservatenkammer entwendet, während er dort Dienst hatte.
Es ist nicht das erst Mal, dass jemand behauptet in Besitz der Mordwaffe Trotzkis zu sein. Zur Verifizierung ist ein genetischer Test nötig. Das Blut, welches sich noch am Eispickel befindet, muss mit genetischem Material Trotzkis abgeglichen werden. Doch einem solchen Test müsste Sewa Wolkow, der heute 79-jährige Enkel Trotzkis, zustimmen. Seine Bedingung ist jedoch eine Ausstellung der Waffe im Hause des Mordes. In dem Gebäude in Mexiko-Stadt befindet sich ein Museum, dass an Leben und Werk Trotzkis erinnert.
Die Vorstellungen von Frau Salas gehen in eine andere Richtung. Sie möchte mit dem Objekt ein bisschen Geld verdienen und den Eispickel höchstbietend verkaufen. Das Problem: ohne die Richtigkeit ihrer Behauptungen bewiesen zu haben, wird es schwer, einen Käufer zu finden. Wie die Geschichte weitergeht, ist deshalb offen.
Aber auch die Ausstellung im Museum behagt nicht jedem. Beatrice Lopez, die als Museumsführerin arbeitet, äußerte gegenüber der BBC Befürchtungen, der Eispickel könne fanatische Verehrer und ebensolche Verächter der Revolution anzieht.
Trotzki, Sohn ukrainischer Farmer, stieg zu einem der intellektuellen Köpfe der russischen Revolution auf. Nach dem Tode Lenins und dem darauf folgenden Machtkampf mit Stalin verlor er seinen Einfluss. Er ging nach Mexiko ins Exil, fühlte sich dort aber nie sicher
Am 20. August 1940 ermordete dann der spanischstämmige sowjetische Geheimagent Ramon Mercader Trotzki. Sewa Wolkow erinnert sich noch heute an dieesen Tag: “Polizei stand vor dem Haupteingang. Ein Auto stand schlecht geparkt vor dem Haus. Ich fühlte die Angst in mir aufsteigen, etwas Schlimmes musste passiert sein. Als ich ins Haus kam, sah ich meinen Großvater. Er war schwer verwundet. Nur einen Tag später starb er”, erzählte er der BBC.
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