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NEXUS Magazin 08 / 06






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Bakterien in Shampooflaschen
Neue Ergebnisse - Kaum Aufklärung
21.05.2006  13:57 Uhr



GBF-Wissenschaftler Wolf-Dieter Schubert in seinem Labor
© GBF /Bierstedt


 Specials

SPEZIAL: Alien Autopsy - Der Film
Braunschweig/Deutschland - Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben jetzt neue Erkenntnisse zur Erforschung von Pseudomonas-Bakterien herausgefunden.



Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Proceeding of the National Academy of Sciences (PNAS). Pseudomonas aeruginosa findet man beispielsweise in Shampooflaschen. Der Krankheitserreger kann sich in den Atemwegen des Menschen oder in Wunden festsetzen und dort schwere Entzündungen auslösen.

"Im Normalfall können Infektionen, verursacht durch Pseudomonas aeruginosa, mit Antibiotika behandelt werden", erklärt Manfred Braun, Pressesprecher der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung.

Besonders gefährlich sei jedoch eine Infektion bei Mukovizidose Patienten. Dort könne ein Antibiotikum aufgrund der verschleimten Bronchien oft nicht wirken. Die häufigste Todesursache bei diesen Patienten ist die Folge einer Infektion durch Pseudomonas aeruginosa. Das Bakterium ist ausgesprochen widerstandsfähig und überlebt sogar Behandlungen mit Hygiene- und Pflegeprodukten.

Einen Grund für diese Widerstandsfähigkeit haben die Wissenschaftler jetzt entdeckt. Der Keim sondert ein Verdauungsenzym ab, SdsA genannt, welches das Molekül Sodiumdodecylsulfat, SDS genannt, spaltet.

SDS ist ein Grundbestandteil vieler schäumender Pflege- und Hygieneartikel wie Zahnpasten, Shampoos und Duschgels. SDS ist für viele Bakterien tödlich. Aufgrund seiner seifenähnlichen Eigenschaften löst es ihre Zellmembran auf. Nicht so bei den Pseudomonas aeruginosa Bakterien: Diese können das SDS durch SdsA unschädlich machen.

Mittels Röntgenstrukturanalyse haben die Wissenschaftler den räumlichen Aufbau von SdsA mit atomarer Genauigkeit untersucht und fanden heraus, dass die Bakterien die molekularen Bruchstücke der von SdsA gespaltenen SDS aufnehmen und als Nährstoff nutzen. Damit können sich Erreger dort ansiedeln, wo sie eigentlich nicht hingehören wie in Waschbecken, Spülmaschinen und Shampooflaschen.
(JB)


Weitere Informationen:
Gesellschaft für Biotechnologische Forschung


Quelle:
pte


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