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NEXUS Magazin 08 / 06






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Rätsel der blutverdünnenden Medikamente
Dosierung von Genvariante abhängig
24.04.2006  12:47 Uhr



Archiv: Medikamente
© MF


 Specials

Bonn/Deutschland - In Deutschland müssen wegen einer krankhaft erhöhten Blutgerinnung etwa 800.000 Menschen blutverdünnende Cumarinderivate einnehmen. Obwohl diese Medikamente schon seit 1945 eingesetzt werden, war bis vor kurzem noch unklar, wie sie wirken. Die gängige Menge reicht bei manchen Menschen nicht aus, um die gewünschte Blutverflüssigung zu erzielen.



Mediziner der Universität Bonn haben nun herausgefunden, dass ein Gen, das bei der Blutgerinnung eine wesentliche Rolle spielt, in verschiedenen Variationen vorkommen kann. Manche sprechen stärker auf die Gerinnungshemmer an als andere. Die Wissenschaftler haben jetzt ihre Ergebnisse auf der Frühjahrstagung der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft in Mannheim präsentiert.

Wenn die Blutgerinnung erhöht ist, steigt das Risiko für den Menschen Gefäßverschlüsse, Herzinfarkte und Schlaganfälle zu bekommen. Dieses Risiko kann durch die Medikamentengruppe Cumarine gesenkt werden.

Ein großer Nachteil dieser ansonsten hochwirksamen Cumarine ist die schwierige Dosierung, da diese von Patient zu Patient unterschiedlich ist. Eine falsche Dosis kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, die jährlich bei etwa 1.000 Patienten sogar tödlich enden.

Vor drei Jahren entdeckte der Wissenschaftler Johannes Oldenburg das bisher unbekannte menschliche Eiweiß VKORC1, das bei dem Vitamin-K-Stoffwechsel und dadurch auch bei der Gerinnung eine zentrale Rolle spielt. Jetzt fand das Team um Oldenburg zudem heraus, dass das Gen, das für den Bauplan des VKORC1 verantwortlich ist, in vier verschiedenen Varianten vorkommt.

Durch eine genetische Analyse von Patienten, die entweder sehr empfindlich oder besonders unempfindlich auf Cumarine ansprachen, konnten sie eindeutige Zusammenhänge mit den gefundenen Genvarianten nachweisen.

"Es gab bereits verschiedene Anzeichen dafür, dass die individuelle genetische Ausstattung eine Schlüsselrolle bei der Cumarin-Empfindlichkeit spielt. So war bekannt, dass Asiaten nur niedrige Dosen brauchen, während Afrikaner hohe Dosen benötigen", erzählt Oldenburg.

"Wir haben nun nachweisen können, dass eine der vier Genvarianten eine verminderte Funktion hat. Von den untersuchten Patienten, die empfindlich auf Cumarine ansprachen, stellte sich heraus, dass etwa 90 Prozent die Variante mit der geringen Funktion hatte. Bei fast allen Patienten, die unempfindlich auf Cumarine reagierten, entdeckten wir dagegen eine Variante mit einer normalen Funktion".

Diese Erkenntnisse eröffnen wichtige Perspektiven für die klinisch-therapeutische Forschung. Obwohl die Cumarine seit langem bewährte Medikamente zur Blutverdünnung sind, kommt es bei ihre Anwendung immer wieder zu Problemen.

"Anhand eines einfachen genetischen Tests können wir jetzt bereits vorher die Genvariante feststellen und die benötigte Dosis darauf anpassen", so Oldenburg. "Das Risiko für die Patienten sinkt damit erheblich."
(JB)



Quelle:
pte


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