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 Rubrik: Religiöses

Grenzwissenschaft in der Kirche
08.04.2005  11:00 Uhr



Rom / Italien - Papst Johannes Paul II. wurde heute in einer feierlichen Totenmesse der letzte Abschied erwiesen. 200 Staats- und Regierungsvertreter, sowie 4 Millionen Pilger aus der ganzen Welt haben an der feierlichen Zeremonie teilgenommen, die zu Ehren des verstorbenen Papstes gehalten wurde. Der deutsche Josef Kardinal Ratzinger eröffnete gegen 10:15 Uhr (MEZ) den Gottesdienst der in 6 verschiedenen Sprachen abgehalten wurde.

Der Papst selbst wurde im Anschluss an die Totenmesse in der Krypta des Petersdomes bestattet, sehr nah an dem Grab des Apostels Paulus. Diese Ehrung wurde dem Papst zu teil, da er mit einer derjenigen war, die der Kirche als Papst am längsten gedient hat. Insgesamt 26 Jahre, war Karol Wojtyla, der Stellvertreter Gottes auf Erden.

Während der Zeremonie wurden auch einige Riten zelebriert, die in dem heutigen Glauben der römisch katholischen Kirche als selbstverständlich gelten, jedoch in der Wissenschaft als absoluter Grenzbereich zählt.

So wurde bei Eröffnung des Gottesdienstes der Papst in einem Sarg aus Zypressenholz mitten auf den Vorplatz des Petersplatzes aufgebart und auf diesem Sarg wurde das heilige Evangelium aufgeschlagen gelegt. Sinn dieses Rituals ist, dass so wie der Wind die Blätter des Buches bewegt und blättert, so soll sich der Heilige Geist durch die Herzen der Menschen bewegen und diese erfüllen.

Auch die Predigt des deutschen Josef Kardinal Ratzingers wurde zu einem besonderen Ereigniss, da er anfänglich immer wieder durch anhaltendes Beifallgeklatsche unterbrochen wurde. Sowohl die Pilger aus aller Welt, als auch die Staats- und Regierungschefs applaudierten bei der Predigt über den ehemaligen Papst, was bei einer Beerdigungsfeier nicht üblich ist. Der Beifall der Menschen sollte die Danksagung und gleichzeitig die Respektzollung gegenüber Papst Johannes Paul II. zum Ausdruck bringen.

Das wohl wichtigste, grenzwissenschaftliche Ereigniss der katholischen Kirche steht aber noch bevor. Die Wahl des neuen Papstes, das sog. Konklave, ist ein Ritual der besonderen Art. So werden alle Wahlberechtigten Kardinäle ( zur Zeit 117) in die Sixtinische Kapelle des Petersdomes eingeschlossen und müssen dort in einer Wahl den neuen Papst bestimmen. Hierbei müssen Sie sich vom Heiligen Geist leiten lassen. Absprachen unter einander sind, unter Androhung der Exkommunition, dem Aussschluss aus der katholischen Kirche, strengstens verboten. Nach gültigem Kirchenrecht, darf jeder Kardinal gewählt werden, aber auch jeder Mensch überhaupt. Wenn das Kardinalskollegium, geschlossen durch Inspiration des heiligen Geistes und durch spontanen Ausdruck dieser Eingebung, einen Menschen als Papst ansieht, so kann dieser zum neuen Papst gewählt werden.

In der vergangenen Woche wurden auch bereits die ersten Stimmen laut, dass Papst Johannes Paul II. Heilig gesprochen werden soll. Dies kann nach gültigem Kirchenrecht nur dann geschehen, wenn mehrere bestätigte Wunder durch die Person vollbracht worden sind. Bis auf Franz von Assisi, der bereits 2 Jahre nach seinem Tod Heilig gesprochen worden ist, dauerte dieses Verfahren der Heiligsprechung mehrere Jahrzehnte. Doch durch die Eingebung des heiligen Geistes, der durch das Volk spricht, kann eine Heiligsprechung auch sehr schnell nach dem Tod der Person vollzogen werden. Stimmen im Volk haben in den letzten Tagen aufgezeigt, dass Papst Johannes Paul II. einige Wunder vollbracht haben soll und demnach für solch einen Fall der Heiligsprechung in Betracht kommt.

Die katholische Kirche hat in den vergangenen Jahren immer weniger Zuwachs an Gläubigen bekommen. Zwar ging die Zahl der Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, im Vergleich zu 1993 zurück, jedoch stieg die Zahl der neuen Gläubigen proportional zum Austritt nicht an. Eines kann man aber der katholischen Kirche nicht absprechen: Sie ist und bleibt nicht nur eine Weltreligion, sondern auch ein spirituelle Anlaufstelle, die enorme Macht unter den Menschen hat. Keine Vereinigung, keine Organisation und auch kein einzelner Mensch hat es je fertig gebracht 4 Millionen Pilger, die sich alle innerhalb von einer Woche zu dieser Pilgerfahrt entschieden haben, auf solch einem Platz und zu solch einem Ereigniss zusammen zu bringen. Die Feierlichkeiten anlässlich des Todes von Papst Johannes Paul II., haben diese Gläubigen, egal ob Muslime, Ortodoxe oder Katholiken, zusammengbracht und friedlich nebeneinander beten und sitzen lassen. Laut dem Nachrichtensender N24 sollen sogar Vertreter der Taliban und der Al Kaida Ihr Beleid bekundet haben und auch den Respekt gegenüber den Trauerfeierlichkeiten von Papst Johannes Paul II öffentlich bezeugt haben.

© 2005 www.paranews.net, (JB)

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Quelle:
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