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Osnabrück / Deutschland - Die blinde Gabriele Simon aus Rulle/Wallenhorst bei Osnabrück ist in der Lage Farben, allein durch das Berühren von Gegenständen, zu erkennen. Diese Fähigkeit stellte sie Anfang Oktober 2005 in der ZDF-Fernsehsendung "Wetten dass?" unter Beweis, als sie eine Wette gewann, bei der sie die Farben von diversen Kleidungsstücken durch Befühlen erkennen sollte. Da die gelernte Stenotypistin erblindet ist, musste selbst der hartnäckigste Skeptiker einsehen, dass hier keine Täuschung oder ein Betrug vorlag.
Menschen wie Frau Simon, bei denen sich die Eindrücke der Sinne auf diese Weise kreuzen, nennt man Synästhetiker. Ein in dieser Weise veranlagter Mensch ist beispielsweise in der Lage Töne zu riechen oder sie zu schmecken.
Selbstverständlich wurde das Phänomen wissenschaftlich untersucht. Der britische Neurologe Simon Baron Cohen, vertritt die Ansicht, dass im Gehirn eines Synästhetikers eine ungewöhnliche "Verdrahtung" unterschiedlichster Areale existiert.
Durch weitere Forschungen wurde belegt, dass bei Synästhetikern die Sehrinde aktiv ist, während sie etwas hören.
Eine an der Universität Cambridge durchgeführte Studie zeigt, dass Synästhesie auch genetisch bedingt sein kann. Synästhesie stellt ein höchst faszinierendes Phänomen dar, welches noch immer Fragen aufwirft. Beispielsweise was Wahrnehmung eigentlich ist oder wie denn es möglich ist, das man Farben offensichtlich ertasten kann. Eine Hand besitzt schließlich keinerlei visuelle Sensorik und Farbe ist bekanntermaßen ja ein visuelles Konzept. Fragen, welche die Wissenschaft sicher noch eine geraume Weile beschäftigten werden.
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