|
Berlin / Deutschland - Am 18. Oktober hält der russische Nobelpreisträger Zhores I. Alferov innerhalb der Einstein-Lectures einen zunächst für den Juni dieses Jahres angekündigten Vortrag zum Thema "Einstein and the Development of Quantum Electronics" an der TU Berlin. Alferov ist Direktor des Physikalisch-Technischen Ioffe-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, Russland. Seine Erfindung der Hetereostruktur bildet die Grundlage moderner Halbleiterlaser, Solarzellen und Höchstfrequenztransistoren. Im Jahre 2000 erhielt er den Nobelpreis für Physik.
Die Moderation übernimmt Dieter Bimberg, Physik-Professor an der TU Berlin. Die Arbeitsgruppen um Dieter Bimberg, Sprecher eines Sonderforschungsbereiches und Koordinator des bundesweiten Kompetenzzentrums "NanoOptoelektronik“, und Zhores Alferov beschäftigen sich seit Beginn der 90er Jahre mit Halbleiternanostrukturen. Der wissenschaftliche Durchbruch basiert auf der Anwendung von Phänomenen der Selbstorganisation auf Halbleiteroberflächen. Den Forschern ist es gelungen, beim Wachstum weniger Atomlagen eines Halbleiters eine spontane parallele Bildung von Trillionen von Inseln pro Quadratzentimeter und Sekunde zu initiieren. Sie bestehen aus einigen tausend Atomen. Mit der Nanotechnologie hergestellte Quantenpunkte haben einzigartige Eigenschaften und erlauben die Herstellung von neuartigen Lasern und Transistoren. Diese wiederum ermöglichen völlig neuartige optoelektronisch-basierte Systeme wie DVDs oder Laser-TV. Auch der Informationsfluss für das Internet mit Glasfasern könnte in Zukunft auf Quantenpunkt-Halbleiterlasern basieren.
Einstein hat mit seiner Lichtquantenhypothese und zahlreichen anderen Beiträgen zur Quantentheorie nicht nur in entscheidender Weise die Entwicklung der Quantenphysik vorangetrieben und zur Revolutionierung des Strahlungs- und Materiebegriffs der klassischen Physik beigetragen, sondern er wurde damit auch zu einem Pionier der modernen Quantenelektronik. Ohne Einstein wären die moderne Lasertechnik, die heutige Technologie der Chipherstellung und damit zahllose Geräte unseres Alltags – vom Scanner und CD-Player bis zur Digitalkamera – undenkbar.
Die Veranstaltung findet am 18. Oktober 2005 um 17.15 Uhr statt. Ort: TU Berlin, Hardenbergstraße 36A, 10623 Berlin, Physikgebäude, Raum P 270 - Hinweis: Eintritt frei. Der Vortrag ist in englischer Sprache.
Organisatoren der Veranstaltung: Deutsche Forschungsgemeinschaft; Bundesministerium für Bildung und Forschung; TU Berlin, Institut für Festkörperphysik; Sonderforschungsbereich 296 Wachstumskorrelierte Eigenschaften niederdimensionaler Halbleiterstrukturen; NanOp Center of Competence Nanostructures for Optoelectronics, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
© 2005 www.paranews.net, (SvF)
|