|
Frankfurt / München - Mit Fingerprintscannern will die Lufthansa künftig für Passagiere das Einchecken erleichtern und beschleunigen. In Zusammenarbeit mit Siemens wurde das biometrische Check-In- und Boarding-System entwickelt. Vor kurzem wurden die Systemtests am Frankfurter Flughafen abgeschlossen. Laut Siemens hat sich die Technik bewährt und ist nun marktreif. "Vor allem Vielfliegern kann das System einige Zeit am Airport ersparen", erklärte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty.
Zur Funktionsweise: Beim Check-In identifiziert sich der Passagier mittels Pass und bekommt seine Bordkarte ausgehändigt. "Auf freiwilliger Basis kann er nun seinen Fingerabdruck registrieren lassen. Verarbeitet wird jedoch nicht der ganze Abdruck, sondern nur bestimmte Charakteristika. Aus diesen wird ein zweidimensionaler Punktecode generiert, der auf die Bordkarte aufgedruckt wird", so Lamberty im pressetext-Gespräch. Vor dem Betreten des Flugzeugs wird der Fingerabdruck erneut gelesen und mit den Daten auf der Karte verglichen. Stimmen sie überein, kann der Passagier einsteigen.
Datenschutzbedenken zerstreut der Lufthansa-Sprecher: "Bei Personen, die wenig fliegen, werden die Daten anschließend wieder gelöscht. Für Vielflieger würde sich allerdings eine Speicherung anbieten, um sich die erneute Registrierung vor dem nächsten Flug zu ersparen." Ein Datum für die Einführung gäbe es noch nicht. Im Hinblick auf eine EU-Regelung, die auch im Schengen-Raum Personenkontrollen vor dem Einsteigen vorsieht, helfe das System jedoch Zeit und Personal zu sparen. "In Deutschland ist diese Kontrolle zwar noch nicht verpflichtend, rechnen müssen wir allerdings schon damit", meinte Lamberty.
"Unser System erspart nicht nur Zeit sondern erhöht auch die Sicherheit am Flughafen. Durch die eindeutige Zusammengehörigkeit von Fingerprint und Bordkarte wird das Risiko minimiert, dass Personen an Board gelangen, die eigentlich keinen Zutritt haben dürften", sagt Siemens-Sprecher Norbert Aschenbrenner. Preise für das System konnte er auf pressetext-Anfrage keine nennen: "Das ist natürlich von jedem einzelnen Flughafen und dessen Größe abhängig. Interessenten gibt es allerdings schon einige."
© 2005 www.paranews.net, (SvF)
|