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Bönningheim - Deutsche Wissenschaftler haben ein einfaches Verfahren entwickelt, mit dem Hemden, T-Shirts und Blusen sonnensicher gemacht werden können. Mit Hilfe einer Nanobeschichtung wird eine UV-absorbierende Schutzschicht in die Textilien eingearbeitet. Das System ist einfach industriell herstellbar und hat auch die ersten Tests erfolgreich bestanden, wie die Forscher berichten.
"Nicht nur in Australien auch auf Österreichs Bergen ist die UV-Strahlung ziemlich hoch", so der Textilchemiker Jan Beringer vom Hohensteiner Institut, der an der Entwicklung maßgeblich beteiligt war gegenüber pressetext. Die Ausdünnung der Ozonschicht führt auf der Erde zu immer höheren UV-Strahlungen. Diese sind nachweislich krebserregend. Viele Menschen wollen sich aber im Sommer länger in der Sonne aufhalten, als für ihre Haut gut ist. Andere müssen im Freien arbeiten und können wegen der vorgegebenen Arbeitszeit ihre Aufenthaltsdauer nicht frei wählen. Den besten Schutz bieten dann solche High-Tech Sommertextilien.
Das System, das die Wissenschaftler der Hohensteiner Institute, des Sächsischen Textilforschungsinstituts in Chemnitz und des Deutschen Textilforschungszentrums Nord-West in Krefeld entwickelt haben, klingt einfach: In die UV-absorbierenden Nanoschichten haben die Forscher Pigmente aus Titandioxid als UV-Absorber implementiert. Die geringe Größe der Pigmentpartikel - sie messen rund 20 Nanometer - sorgt für ein großes Absorptionspotenzial bei gleichzeitig geringer Lichtstreuung, so dass die Partikelschicht transparent und der Sonnenschutz unsichtbar ist. "Als Grundtextilien eignen sich alle Textiltypen. Nur das Bindesystem muss daran haften", so Beringer im pressetext-Interview. Da es sich nach Beringer um ganz normale Pigmente handelt, ist auch eine industrielle Fertigung einfach. "Das Foulard-Verfahren ist ein herkömmliches Verfahren, Maschinen, die soetwas herstellen, stehen in jedem Textilbetrieb", erklärt der Chemiker, der sich schon länger mit textilem UV-Schutz beschäftigt.
Die Eigenschaft des sehr hautverträglichen Titandioxids macht sich die Kosmetikindustrie bei Sonnenschutzcremes schon seit Längerem zu Nutze. Ein positiver Nebeneffekt der neuen Technologie ist außerdem der Schutz vor dem Ausbleichen und Vergilben der Textilien. "Wir haben die Textilien in 90 Waschzyklen auf 60 Grad gewaschen. Dabei blieb der UV-Schutz weiterhin bestehen", so Beringer. Üblicherweise haben Textilien eine Lebensdauer von 50 bis 60 Waschgängen. "Die Kosten für die Beschichtung richtet sich nach denen des Rohstoffs Titanoxid", erklärt Beringer. Das Titandioxid wird als stabilisierte wässrige Nanodispersion aufgetragen. Eine eventuelle Umweltgefahr der Beschichtung gebe es nach Ansicht von Beringer nicht. "Es handelt sich um eine Routinemodifikation", so Beringer abschließend. Es sei allerdings richtig, dass sich chemische und physikalische Eigenschaften ändern, je kleiner die Partikel werden.
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