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Crestone / USA - Crestone, ein kleiner Ort nahe der Sangre de Cristo Mountains mutet auf den ersten Blick an, wie ein beliebiges, armes Städtchen des San Luis Valley Tals. Hunde streunen über menschenleere Straßen, der Damenfriseur bietet Secondhandkleider im Schaufenster feil und ein alter Cowboy kippelt, auf einer Veranda, seinen alten Schaukelstuhl im Rhythmus der Passanten die nur spärlich vorüberziehen.
Die 93 Einwohner glauben an die kraftvolle, metaphysische Energie die von Crestone ausgeht und an die Macht der schamanischen Stätten mit ihren Meditationsplätzen, die vor tausenden von Jahren, von den Indianern aus den Felsen des Baca Grande geschlagen wurden. Aber auch westliche Buddhisten, Hinduisten, schweigende Mönche, New Age Anhänger und alternativ Mediziner fühlen sich von dem magischen Ort angezogen.
Vor einigen Jahren wollte eine Gruppe UFO-Gläubiger eine 40 Stockwerk hohe pinkfarbene Pyramide in Crestone bauen, um die glückbringende Kraft des Örtchens zu nutzen. Das Projekt wurde jedoch nie verwirklicht, da seinerzeit den Einwohnern die himmlische Ruhe mehr wert war als das Geld, dass der Touristenzustrom gebracht hätte.
Südlich von Crestone haben gegenwärtig ca. 1.100 Menschen ihre Heimat gefunden. Darunter auch Vertreter der östlichen Philosophie, des östlichen Spiritismus, Ashramanhänger und Mönche des Karmeliterordens.
Die Bürger des kleinen, einstmals verschlafenen Städtchens sehen der stetigen Zuwanderung der Utopisten und apokalyptisch Denkenden, die in Crestone ihr Shambala zu finden glauben, mit gemischten Gefühlen entgegen.
Einerseits belebt es auf Dauer die Infrastruktur der Umgebung, andererseits treibt es die Grundstücks- und Immobilienpreise in die Höhe und von der überirdischen Ruhe wird durch die Anwesenheit der übersinnlichen Neubürger, bald nichts mehr zu spüren sein.
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