Oak Island ( Teil 2)
Ein Artikel von Jürgen Bayer
28.06.2004
Legenden und Gedanken Schatz oder Gral?
Die Shakespeare- Theorie :
Im Jahre 1895 machte sich der Schatzsucher Frederic Blair auf den Weg zur Insel, um sein Glück zu versuchen. Zuversichtlich ging er mit der mitgebrachten, neuen Technik und einem neuen Sprengstoff, den man Dynamit nannte, ans Werk. Durch diese Technik, konnte der Wasserdruck in dem Loch so vermindert werden, dass das Wasser bis in eine Tiefe von 30 Meter abgepumpt werden konnte. Dort bauten die Männer eine Plattform von der aus sie weiter bohren konnten. Hierbei wurde einer der wahrscheinlich aufregendsten Funde an diesem Ort gemacht. Ein kleines Stückchen, zusammengeknülltes Pergament klebte an einem Bohrer und kam somit an das Tageslicht. Die Forscher untersuchten es, und nachdem sie das Pergament mit einer Lupe inspiziert hatten, bemerkten sie die Buchstaben V oder V-I, geschrieben mit chinesischer Tusche und einem Federkiel. Experten aus Boston bestätigten dies auch. Dieses Stückchen Pergament führte zu einer sehr eigenwilligen Theorie über den Schatz von Oak Island: Kostbare Dokumente könnten in dieser geisterhaften Grube, ja vielleicht sogar die Originalfassung der Werke von William Shakespeare.
Einen Handschriftenvergleich konnte man aber damals nicht durchführen. Sowohl das Pergament, das zwei Worte von ihm handschriftlich niedergelegt enthielt, als auch das Pergament von Oak Island gelten als verschollen. Allerdings, sollten diese verschwunden, handschriftlich, niedergelegten Worte; sprich das Pergament; wieder auftauchen, so könnte ein Schriftvergleich Klarheit schaffen. Wobei es Zweifel gibt, ob Shakespeare wirklich der Autor der berühmten Theaterstücke ist. Vieles spricht für den Lordkanzler von England, Sir Francis Bacon, Gelehrter und Advokat, dass er der unbekannte Man hinter den Kulissen ist. Das V auf dem Stückchen Pergament könnte für Verulanium stehen. Verulanium ist der lateinische Name für St. Albans bei London. König James I. verlieh Sir Francis den Titel eines Earl of Verulam. Ist es möglich dass verschlüsselte Hinweise auf das Versteck der Manuskripte im Schauspiel Der Sturm enthalten sind? Der Sturm spielt auf einer Insel. Bacon wusste außerdem dass man Manuskripte mittels Quecksilber konservieren konnte. Spuren von Quecksilber wurden auch auf Oak Island gefunden, welche dort nicht aus einem natürlichen Ursprung herkamen. Einige Fachleute erklären dies mittels der Goldgewinnung in Neuschottland und der gleichzeitig verwendeten Werkzeuge, die noch Anhaftungen von Gold hatten. Antworten darauf wird es erst dann geben, wenn dieser Schatz gehoben worden ist.
Inkas :Der Mann, der nach dem Ersten Weltkrieg den 21. Schacht in den Inselboden trieb, brachte eine neue Theorie auf: Mel Chappell. Chappell glaubte, dass hier ein Volk die Anlage geschaffen haben könnte, das über umfassende technische Kenntnisse verfügte, wie zum Beispiel die Inka oder die Azteken Mexikos. Eine Geschichte erzählt von der Inka-Stadt Tumbes, wo es Gold und Silber im Überfluss gab. 1527 kam der Spanier Pizzaro dorthin, aber er konnte die Stadt mit seiner kleinen Truppe nicht einnehmen. Nach ein paar Jahren kehrte er mit einem Heer zurück und eroberte Tumbes. Doch das Gold war verschwunden. Aus Furcht vor den spanischen Plünderern sollen die Inka ihre ungeheuren Schätze auf Schiffen im Golf von Mexiko gebracht und weggeschafft haben. Damals wüteten ständig heftige Wirbelstürme in dieser Region. Sie könnten die Flotte weit nach Norden verschlagen haben - bis zur Ostküste Kanadas.
Alles nur Gespenster?Nach und nach rankten sich immer mehr Legenden um die einst so stille Insel. Man hörte auch Geschichten von Gespenstern und von nächtlichen Geräuschen. Doch keiner, der hier zu graben anfing, achtete auf solche Dinge. Moderne Technik, richtiges Werkzeug und Durchhaltevermögen öffneten den Weg zum Geheimnis. Daran glaubte auch Robert Restall: "Wir sind gekommen, um die beiden Schatzkisten zu bergen. Ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen können und auch schaffen werden." Robert und seine Frau Mildred waren lange als waghalsige Steilwandfahrer auf Jahrmärkten aufgetreten. Als sie 1960 mit ihren beiden Söhnen auf die Insel zogen, wohnten sie neben dem Schacht in einer Hütte ohne Wasser und Toilette. Und die Suche war schwierig. "Die Arbeit, die wir bisher geleistet haben, zeigt, dass das Ganze ein echtes Problem ist. Da gibt es keine Täuschung, das hat gewaltigere Ausmaße, als man sich je vorgestellt hat. Aber ich habe das sichere Gefühl, dass der Schatz da unten liegt. Und wir werden so lange hier bleiben, bis wir ihn haben." Am 17. August 1965 war sein Traum zu Ende. Robert Restall, sein Sohn und zwei Arbeiter verloren in einem der Schächte durch ausströmendes Gas das Bewusstsein. Alle vier ertranken. Diese angebrachten Theorien sind nur einige davon, aber die gängigsten. Ebenso glauben die Eingeborenen auf der Insel, dass sich das Geheimnis um den Schatz erst dann offenbart, wenn 7 Menschen durch die Suche umgekommen sind.
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