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Meldungen des Tages:
1. Bienen-AIDS (4) (Klaus Schramm)
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Hallo Leute!
Hier noch ein eher beschwichtigender Artikel aus der 'Welt' und einige
mittel-interessante Artikel aus regionalen Zeitungen.
Ciao
Klaus Schramm
DIE WELT - 8. März 2007
Macht Genmais die Bienen allergisch?
Die Regeln für den Umgang mit Genmais sollen strenger werden. Den Imkern reicht
das nicht. Sie fürchten um ihre Völker. Die Anbauflächen haben sich in
Deutschland in den letztenn Jahren =
verdreifacht - vor allem im Osten, in Baden-Württemberg und Bayern.
Von Elke Bodderas und Silvia von der Weiden
Am Donnerstag hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer seine Regeln für
den Umgang mit Gentech-Pflanzen in Deutschland vorgestellt. Im Wesentlichen sind
sie verschärft worden. Außerdem kann künftig haftbar gemacht werden, wer die
Laborgewächse auf den Acker bringt.
Doch den Imkern reicht das nicht - sie wollen nun vor Gericht ziehen, um ein
völliges Anbauverbot vom sogenannten Bt-Mais in Deutschland zu erwirken, von der
einzigen Gentech-Pflanze, die hierzulande in großem Maßstab auf den Acker darf.
Die Pflanzen produzieren infolge eines neu eingeführten Gens einen für
Schadinsekten giftigen Wirkstoff, das Bt-Toxin, das sie vor dem Befall schützt.
Die Anbauflächen mit =
Bt-Mais haben sich in Deutschland in den letzten Jahren fast verdreifacht. Lagen
sie 2005 noch bei insgesamt 350 Hektar, waren es 2006 bereits 950 Hektar. Für
dieses Jahr sind bereits 3770 Hektar angemeldet worden. Vor allem in den
östlichen Bundesländern wird Bt-Mais angebaut, dazu kommen Baden-Württemberg und
Bayern.
--
Fast die Hälfte der deutschen Genmais-Flächen in Brandenburg
http://www.welt.de/multimedia/archive/00179/genmais_DW_Wissensc_179274g.j=
pg
Foto: DDP | Gentechnisch veränderte Maispflanzen auf einem Feld bei Hohenstein
in Brandenburg
--
Weltweit ist der Mais die mit Abstand am häufigsten angebaute Nutzpflanze.
Frankreich und Spanien zusammen - so groß ist inzwischen die Fläche, die
weltweit die Gentech-Pflanzen für sich beanspruchen. In Zahlen sieht das so aus:
Auf 102 Millionen Hektar Fläche wachsen die Pflanzen weltweit. Doch belastbare
Studien gibt es zum Genmais nur wenige - die meisten haben widersprüchliche
Ergebnisse. Geht es nach =
Seehofer, so wird künftig beim Anbau von gentechnisch verändertem Mais ein
Abstand von 150 Metern zu Feldern mit konventionellen Pflanzen vorgeschrieben.
In die Kritik geraten war der Gentech-Mais besonders, weil Pollen unkontrolliert
von Acker zu Acker flogen und sich munter mit herkömmlichen Pflanzen kreuzten.
Vor allem Ökobauern sahen das mit Besorgnis. Doch die dürften künftig durch die
neuen Haftungsregeln geschützt werden. Ihre Bienen leiden seit Jahrzehnten an
der Milbe Varroa destructor, einem parasitären Blutsauger. Bisher gab die
Wissenschaft allerdings Entwarnung. Auch mit gentechnisch verändertem Maispollen
gefüttert und mit Bt-Toxin überschüttet, haben die Insekten weder
Sammelhemmungen noch Nachwuchsprobleme. Aufhorchen lässt aber eine Studie des
Instituts für Zoologie der Universität Halle. In einem Flugzelt eingesperrte
Bienen wurden sechs Wochen lang mit hoch konzentriertem Genmais-Pollen-Müsli
gefüttert. Als die Tiere zufällig an einem Parasiten erkrankten, waren die
Verluste bei den =
Versuchstieren wesentlich höher als bei der Kontrollgruppe mit herkömmlicher
Kost. "Wir wissen nicht genau, woran das liegt", sagt Versuchsleiter
Hans-Hinrich Kaatz. "Es könnte sein, dass das Toxin an die Epithelzellen im Darm
andockt, zu wirken beginnt und dadurch die Biene so stark schwächt, dass sie dem
Parasiten schutzlos ausgeliefert ist."
Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich: Erst der Parasitenbefall schwächt die
Biene so, dass das Toxin wirken kann. Kaatz gibt aber zu bedenken, dass die
Bienen im Versuch der Uni Halle eine zehnmal höhere Dosis an Bt-Toxin erhielten,
als im Pollen normalerweise vorhanden ist.
http://www.welt.de/wissenschaft/article752597/Macht_Genmais_die_Bienen_al=
lergisch.html
Braunschweiger Zeitung - 24.03.2007
Imker fürchten Bienentod
Vermutung: Pestizid und Genmais könnten Gründe für das Insektensterben sein
Von Reinhard Wagner
HELMSTEDT. Bienenvölker verlassen ihre Stöcke, der Nachwuchs stirbt. Die Imker
aus dem Kreis Helmstedt vermuten dahinter zwei Gründe: Pestizide und Genmais.
Auch Adalbert Brunn, Vorsitzender des Imkervereins Schöningen und
Kreis-Wanderwart, hat bereits Bienenvölker verloren.
Immer wieder mal würden Bienen im Winter sterben. Ihre Kadaver liegen dann im
Stock. Imker hätten jedoch vor einigen Jahren festgestellt, dass ganze
Bienenvölker verschwunden sind. Die Erklärung sei ein Pestizid gewesen, das beim
Obstanbau eingesetzt worden sei, sagt Brunn. Es verhindere bei Insektenpuppen
die Häutung. Auch Bienen hätten dieses Gift an ihre Brut verfüttert, die daran
eingegangen sei. Daraufhin hätten die Bienen den Stock verlassen.
Das Pestizid sei 2000 vom Markt genommen worden. Drei Jahre später habe es
wieder keinen Bienennachwuchs gegeben. Erneut seien Völker verschwunden, auch
bei Brunn. Er und seine Imkerfreunde nehmen an, dass die Ursache wieder das
Pestizid sein könnte.
Als Hintergrund vermuten sie einen verstärkten Maisanbau zur Energiegewinnung
wie im Südkreis Helmstedt. Die Frucht mache bei den Bienen inzwischen 20 Prozent
des Jahreseintrags an Pollen aus. Da der Mais nicht als Lebensmittel genutzt
werde, dürfe das Pestizid eingesetzt werden, mutmaßt der Imker.
Ein anderer Zusammenhang könnte mit dem Einsatz von genmanipuliertem Mais
bestehen. Ein solches Produkt werde zu Forschungszwecken von der Biologischen
Bundesanstalt Braunschweig bei Sickte, Lehre-Wendhausen und Braunschweig
angebaut, weiß Brunn aus unserer Zeitung (siehe Niedersachsen-Seite vom 20.
März).
Der Imker aus Schöningen verweist in diesem Zusammenhang auf Untersuchungen aus
den Vereinigten Staaten, in denen ein Bienensterben auf Grund von Genmais
nachgewiesen worden sei.
Andere Erklärungen für die Bienenverluste gebe es laut Brunn nicht. Er und viele
andere Imker würden nur noch "saubere" Standorte am Elm, Dorm, Lappwald oder an
den Tagebauen wählen. Dass die Bienen über diese Flächen hinaus fliegen, um dann
auf dem mit Pestizid belasteten Mais oder auf Gen-mais zu landen, könne nicht
verhindert werden.
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http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2044/artid/6542941
Braunschweiger Zeitung - 20.03.2007
NIEDERSACHSEN
Gen-Mais kommt in unsere Region
Bauern-Bündnis gegen Versuchsanbau
Von Elke Ebeling
BRAUNSCHWEIG. Die Gen-Mais-Sorte Mon 810 wird in diesem Frühjahr zu
Forschungszwecken an drei Standorten in unserer Region angebaut: in Sickte,
Lehre-Wendhausen und Braunschweig. Dagegen protestiert das Bündnis für die
gentechnikfreie Landwirtschaft in Lüneburg.
Die rund 5000 Bündnis-Mitglieder, konventionell wirtschaftende Landwirte und
Bio-Bauern, befürchten, dass Mais auf angrenzenden Feldern durch Pollenflug
verunreinigt wird.
Der Versuchsanbau finde seit zwei Jahren statt, ohne Ergebnisse oder Schäden
publik zu machen, betont Bündnis-Sprecherin Annemarie Völling. Das weist die
Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig zurück.
Die politischen Vorgaben für den Test-Anbau seien fern jeder Realität am Markt,
sagt Völling. Deutschlands größter Mühlenbetrieb, die Kampffmeyer Mühlen, nähmen
keinen Mais ab, der mehr als 0,1 Prozent Gen-Anteil aufweise. Die
Forschungsanstalt für Landwirtschaft und die Biologische Bundesanstalt
orientierten sich aber am EU-Kennzeichnungs-Schwellenwert für Lebensmittel von
0,9 Prozent.
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