Russisches Roulette im Atomkraftwerk |
Talon 
Mein Gott, es ist voller Sterne...
 

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| Russisches Roulette im Atomkraftwerk |
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Schon wieder Vattenfall. Dienstag früh, kurz nach Mitternacht, brach in einem Transformator des AKW Ring-hals 3 ein Feuer aus. »Explosionsartig«, wie der Betreiber Vattenfall berichtet. Der Reaktor, der südlich der schwedischen Großstadt Göteborg steht, mußte abgeschaltet werden. Zum Glück funktionierte das diesmal reibungslos, sofern man den Angaben Vattenfalls noch trauen kann. Erst vor dreieinhalb Monaten, am 25. Juli, war im ebenfalls schwedischen Reaktor Forsmark 1 ein Netzkurzschluß in das Kraftwerk durchgeschlagen und hatte die Notstromversorgung lahmgelegt. In der Folge schrammte der Reaktor knapp an einer Kernschmelze vorbei. Der Konzern Vattenfall, der auch in Deutschland Atomkraftwerke betreibt, wiegelte zunächst ab.
Im Mai 2005 urteilte ein schwedisches Gericht, daß die in den Jahren 1975 bis 1983 erbauten vier Reaktoren in Ringhals nicht mehr dem schwedischen Umweltrecht entsprechen. Der Regierung in Stockholm machte das jedoch nichts weiter aus. Die Sicherheit der schwedischen Stromversorgung habe einen höheren Stellenwert als die Einhaltung des Umweltrechts, beschied das Kabinett.
Derart russisches Roulette zu spielen ist offenbar ganz nach dem Geschmack des Stromkonzerns. Vattenfalls deutsche Dependance ließ nach dem Unfall in Forsmark die hiesige Öffentlichkeit wissen, daß ein ähnlicher Unfall hierzulande ausgeschlossen sei.
Landes- und Bundesregierung hätten bei dieser Informationspolitik und angesichts des erneuten Unfalls in einem Vattenfall-AKW ohne weiteres die Möglichkeit, die offensichtliche Unzuverlässigkeit des Betreibers festzustellen. Damit entfiele die rechtliche Grundlage für den AKW-Betrieb, aber das setzt natürlich den entsprechenden politischen Willen voraus.
Fazit: Sicher ist an der Atomtechnologie nur die Prügel, die ihre Gegner regelmäßig von »Ordnungshütern« beziehen.
Quelle: http://www.jungewelt.de/2006
Es lebe die unersättliche Gier der Großkonzerne Hand in Hand mit unserer Regierung, wobei es einen tröstlichen Gedanken gibt: Auch diese Leute werden bei einer Kernschmelze draufgehen. 
Gruß
Talon
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"Amerika ist eine Mißgeburt."
"Ich hasse es nicht. Ich bedauere, daß Kolumbus es entdeckt hat." Sigmund Freud (1856-1939)
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15.11.2006 12:38 |
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Mastergitaizer 
Rumtreiber
   

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Wurde nicht letztens in den USA ein Strom-und-Energie-Manager zu 25 Jahern Haft verurteilt?
Da sieht man es wieder einmal, den Stromerzeugern zählt das Geld mehr als die Sicherheit der Menschen, bzw. in diesem Fall der Weltbevölkerung. Auf der anderen Seite, was will man da machen? Selbst wenn z.B. bei uns der Staat radikal eingreifen würde und alle Atommeiler erneuert werden müssten, würde das die Stromriesen doch eigentlich wenig jucken, entweder sie lassen so lange das Licht aus bis sie wieder die Erlaubnis zum Stromerzeugen bekommen oder die Verbraucher müssen am Ende die Sanierungskosten tragen. Schöne Aussichten, oder? 
Mfg,
Mastergitaizer
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15.11.2006 20:12 |
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Talon 
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Themenstarter 
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Servus Mastergitaizer
Ich bin mir zwar nicht sicher, aber wurde der nicht wegen Untreue oder Manipulation verknackt?
Ich glaub, ganz so schlimm können die es nicht treiben, denn lassen sie das Licht aus, in dem Fall Vattenfall, steht bestimmt der nächste schon bereit und wir bekommen dann den Strom aus irgendeinem bulgarischen AKW 
Tja, was kann man machen. Mehr Solar, Wärmekonvektoren, Erdwärmepumpen, Windräder etc installieren. Sich etwas unabhängiger machen, sprich weniger AKW-Strom saugen?
Hab heute erst gelesen, das sicht der Stromverbrauch in Deutschland seit 1995 um 3,5% erhöht hat. Ursache: mehr elektrische Geräte und größere Wohnflächen.
Gruß
Talon
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16.11.2006 00:33 |
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Jens 
Jung Forscher
 
Dabei seit: 11.02.2006
Beiträge: 181
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Ich weiß nicht, ob hier Leser der Zeitschrift Raum & Zeit sind. In der letzten Ausgabe (Nr. 144 Nov/Dez 2006) ist ein Artikel von mir bezüglich dem AKW Brunsbüttel erschienen. Der Reaktor ist der deutsche Problemreaktor Nr. 1 und kurz gesagt ist es ein Wunder, daß uns das Teil noch nicht um die Ohren geflogen ist. Ähnlichkeiten zu Forsmark sind vorhanden, wobei Forsmark sicherer als Brunsbüttel galt. Nun ja...
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16.11.2006 11:02 |
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Talon 
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Dann sollte man das AKW konsequenterweise doch abschalten oder?
Gruß
Talon
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16.11.2006 11:46 |
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Seven_of_Nine 
Tertiäres Attribut von Unimatrix Null-Eins
  

Dabei seit: 27.07.2006
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Hallo Gemeinde :-)
Das wieder mal die Verantwortlichen, die Wirtschaftsbosse und Politker nur auf ihr jährlich steigendes Salär schauen und ihnen alles andere egal ist, frei nach dem Motto "Nach uns die Sintflut", braucht glaube ich nicht nochmal hervorgehoben zu werden, denn das wissen doch schon längst alle ...
Viel schlimmer und gefährlicher als die Atomkraftwerke, in denen Strom durch Atomkernspaltung erzeugt wird, halte ich aber die Forschungen im Bereich der Kernfusion. Ein gräßlicher Gedanke, jemand holt das Sonnenfeuer auf die Erde (bildlich gesehen). Wenn die Fusion dann doch außer Kontrolle gerät, besteht dann nicht die Gefahr, dass es zu einer Kettenreaktion kommt und die Kernfusion auf die umliegende Materie übergreift??

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"Der Strom der Wahrheit fließt durch Kanäle von Irrtümern." Rabindrahnath Tagore
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16.11.2006 16:13 |
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Jens 
Jung Forscher
 
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@ Talon: Wenn es nach Vernunft und Verstand gehen würde, müßte der Reaktor sofort vom Netz. AKWs sind jedoch "Gelddruckmaschinen", will heißen damit fährt man sehr guten Umsatz, und daher tut man sich schwer. Die Aktionäre wollen schließlich eine ordentliche Dividende am Schluß des Geschäftsjahres.
Von der Politik braucht man keinen Atomausstieg zu erwarten. Momentan braucht Deutschland noch den Atomstrom, da es zu wenige Alternativen gibt. Im Bereich Erneuerbare Energie ist Deutschland (leider) ein Entwicklungsland. Die dezentrale Energieversorgung mit nachhaltiger Technik stellt die Zukunft dar. Initiativen gibt es genaug, bei uns in der Region beispielsweise: http://www.gruenervulkan.de/ Das Angebot muß nur angenommen werden...
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16.11.2006 16:59 |
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Mastergitaizer 
Rumtreiber
   

Dabei seit: 18.03.2006
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@Seven
Glaube ich nicht, dass sich das dann fortsetzten würde. Ich glaube dafür braucht man zum einen sehr hohe Temperaturen(es läuft ab ca. 10 Mio. Grad, besser sind aber 100 Mio. Grad, wie es auf der Sonne ist) und eine bestimmte Masse. Zudem sehr sehr viel Wasserstoff (es geht auch mit so ziemlich jedem Element, allerdings wird dann nicht mehr so viel Energie frei und die Reaktion "erlischt" langsam), zum Fusionieren.
Apropo Weltuntergang, wahrscheinlicher ist es, das die in Genf so wahrscheinlich 2009 ein schwarzes Loch erzeugen, dass dann die Erde "verschlingt". Also "Have A Nice Life Until 2009" 
Mfg,
Mastergitaizer
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16.11.2006 20:04 |
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Talon 
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Hallo Leute
Ich denke, jede neue Technik hat erstmal ihre Risiken und Gefahren.
Bei der Kernfusion entstehen wenigstens keine gefählichen Rückstände in Form von abgebrannt Kernstäben, wie bei der Kernspaltung, oder?
Sollte ich mich irren, lass ich mich gern belehren 
@Jens
| Zitat: |
| Wenn es nach Vernunft und Verstand gehen würde, müßte der Reaktor sofort vom Netz. AKWs sind jedoch "Gelddruckmaschinen", will heißen damit fährt man sehr guten Umsatz, und daher tut man sich schwer. Die Aktionäre wollen schließlich eine ordentliche Dividende am Schluß des Geschäftsjahres. |
Das ist wohl die Quelle des Übels, erinnert mich an diesen blöden Werbespot aus dem TV, wo es darum geht, mit immer teurer werdenden Rohstoffen, als kleiner Privatmann, Kohle zu machen. War irgendein Anleger- oder Geldinstitut. Paradox das Ganze. Wie kurzsichtig doch manche Aktionäre sind.
Gruß
Talon
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17.11.2006 01:49 |
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Jens 
Jung Forscher
 
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Man kann auch viel Geld mit Dingen verdienen, die der Umwelt nicht schaden, sondern auch nützen. Leider hat sich unsere Wirtschaft aber darauf aufgebaut gegen die Natur anzukämpfen, sei es zum Beispiel durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe. Wie bereits mehrfach bewiesen wurde, ist eine nachhaltige Wirtschaft durchaus möglich, dazu müßte man sich jedoch umstellen und dies können große Konzerne nur sehr schwer, da sie kaum flexibel sind. In manchen Ländern gibt es jedoch einen Wandel: In der arabischen Welt wird kaum noch in Erdöltechnologie investiert, da man genau weiß, daß es damit bald zu Ende ist.
Es liegt aber auch am Konsumenten wo er sein Geld hinträgt! Man sollte sich nicht über die Abholzung des Regenwalds aufregen und dann bei Mc Würg essen gehen. Denn für die Fleischproduktion für Mc Würg werden Wälder brandgerodet, damit man billig Soja anbauen kann. So gäbe es viele Beispiele.
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17.11.2006 09:41 |
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Mastergitaizer 
Rumtreiber
   

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@Talon:
Sogesehen entstehen keine für die Umwelt gefährlichen, verstrahlte Bennstäbe, wie bei den AKWs, allerdings entsteht bei der Veschmelzung von 2 Wasserstoffatomen kurzzeitig Deuterium (schwerer Wasserstoff), welcher aber dann gleich mit einem weiterem Deuterium-Atom zu dem ungefährlichen Edelgas Helium weiterverschmilzt.
So oder so ähnlich läuft das, wenn ich mich recht erinnere 
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17.11.2006 23:12 |
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Talon 
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@Mastergitaizer
Danke für die Info. Wenn sonst keine Umweltrisiken bestehen, wäre das doch die Energeiquelle für die Zukunft. Da sollte dann doch mehr Geld in die Forschung gesteckt werden. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, daß deswegen der Srom billiger werden würde, aber man müßte keine Brennstäbe mehr vergraben. Somit auch keine Dresche mehr für Demonstranten 
Gruß
Talon
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19.11.2006 15:50 |
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