Süße Entdeckung
25.09.2004 00:15 Uhr
Bereits im Jahr 1953 führten Wissenschaftler an der Universität von Chicago ein Experiment durch, auf das Dr. Frankenstein bestimmt stolz gewesen wäre. Sie füllten einen Kolben mit einer Mischung aus Methan, Wasserstoff, Ammoniak und Wasser, bearbeiteten diese mit Funken von Starkstrom und lehnten sich zurück, um zu beobachten, was passierte. Das Ziel dieses Experiments war es, die Lebensbedingungen auf der Erde vor 3,5 Milliarden Jahren zu rekonstruieren, bevor das Leben begann. Die Funken sollten Blitze imitieren und der chemische Cocktail die frühre Erdatmosphäre. Heute weiß jeder Student, wie man dieses Experiment durchführt. Dieses Experiment war auch Basis weiterer Forschungen und Experimente. Im Jahr 2002 reproduzierten 2 verschiedene Teams von amerikanischen und europäischen Wissenschaftlern diese Konditionen, die sie in kalten Wolken interstellaren Gases und Staubes fanden. Sie entdeckten, dass sich Aminosäuren auf natürliche Art in diesen Wolken bildeten. Einige spielten eine wichtige Schlüsselrolle in Proteinen und andere wurden in Meteoriten gefunden. Aminosäuren und Proteine bilden den Grundstein allen Lebens. Zucker ist auch ein Lebensbaustein, und es sieht so aus, als ob eben dieser Zucker auch in interstellaren Wolken entstehen könnte. Diese Woche haben Astronomen ein neues und starkes Radioteleskop in Green Bank, West Virginia, enthüllt. Damit wurde in einer Wolke mit Namen „Sagittarius B2“, die über 26.000 Lichtjahre von uns entfernt ist, reichlich Zucker gefunden. Der Zucker, Glycolaldehyde, besteht aus 2 Kohlenstoff-Atomen, 2 Sauerstoff-Atomen und 4 Wasserstoff-Atomen. Dieser Zucker existiert auch noch bei extrem niedrigen Temperaturen.
(TiM)
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