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Deutschland - Bereits viele Menschen bestaunten die Bilder von Moses mit Hörnern, beim Besuch christlicher Einrichtungen. Bis heute kann man Skulpturen finden, wo Moses Hörner trägt. Die meisten Bildnisse dieser Art stammen aus dem Mittelalter, so auch beispielsweise Bilder in Florenz, Rom oder Dijon.
Die Moses-Statue mit Hörnern, die in Rom steht, wurde von dem Maler Michelangelo kreiert. In Vincoli in der Kirche San Pietro ist ein Moses in weißem Carrara-Marmor zu bewundern und auch er trägt Hörner. Vielen Besuchern gab die Skulptur schon reichlich Rätsel auf und regte zu Interpretationen an.
Die Frage ist, was Michelangelo und seine Steinmetze dazu trieben, den Moses mit Hörnern zu versehen, zumal Hörner dem Teufel zugesprochen werden. Der Grund für die Idee, Moses Hörner zu verpassen, könnte eine falsche Übersetzung der Textstelle 2. Mose 34,35 sein, die folgendermaßen lautet: "Da sahen die Söhne Israel Moses Gesicht, dass die Haut von Moses Gesicht strahlte. Dann legte Mose die Decke wieder auf sein Gesicht, bis er hineinging, um mit ihm zu reden."
In der hebräischen Sprache waren Vokale unbekannt, und erst gegen Ende des 9. Jahrhunderts geriet der masoretische Text an die Öffentlichkeit. Man fügte dem Text Punkte und Zeichen hinzu, um eine richtige Aussprache zu erzielen. Das hebräische Wort für Strahlen (hebr. karan) wurde somit falsch als "käran" ausgesprochen, was dann soviel wie "Horn" bedeutet. Das falsch übersetzte Wort übernahm dann die sogenannte Vulgata, die lateinische Bibelübersetzung. Die Bildhauer übernahmen den falsch übersetzten Begriff und verpassten Moses Hörner.
Michelangelo Buonarroti erhielt 1513 einen Auftrag, für das Grabmal von Papst Guilio II., eine künstlerische Darbietung zu schaffen. Ihm war nicht bekannt, dass sich in die lateinische Übersetzung des Bibeltextes Exodus 34,35 ein Fehler eingeschlichen hatte. Michelangelo ließ mitten aus dem Lockenkopf zwei Hörner herausragen. Dies übernahmen dann andere Künstler, als sie lasen, dass Moses Hörner hat und meißelten ihre Statuen ebenfalls mit Hörnern. Obwohl die fehlerhafte Übersetzung bekannt ist, finden sich bis heute Skulpturen, die Moses mit Hörnern zeigen.
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