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Erfurt / Deutschland - Aufgrund von schweren Protesten, weil der Münchner Mikrobiologe Siegfried Scherer über die Evolution und den Schöpfungsakt in der Staatskanzlei in Erfurt diskutieren sollte, sagte die Landesregierung Thüringens die Veranstaltung nun ab. Auch der Kasseler Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera zog sich als Diskussionsteilnehmer zurück. Nach diesem Ereignis konnte der Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) die Einladung für Scher nicht aufrecht halten, gab ein Regierungssprecher jetzt bekannt.
Der Regierungssprecher sagte weiterhin: "Wir werden allerdings am Thema festhalten, das auf große Resonanz gestoßen ist." Oppositionspolitiker und Wissenschaftler kritisierten Althaus und warfen ihm vor, er unterstütze fundamental religiöse Weltbilder. Althaus meinte daraufhin, dass dies eine "böse Unterstellung" sei, den Kreationismus zu propagieren. Es gebe schließlich verschiedene Theorien, über deren Berechtigung man diskutieren müsse. Eine der Fragen wäre, ob sich christlicher Glaube mit der Evolutionstheorie vereinbaren ließe.
Nun soll am 23. Januar 2006 ein Gespräch theologischer Natur zwischen Biohistoriker und Theologen stattfinden, hieß es. Professor Scherer beklagt nun den Verzicht auf die Debatte auf naturwissenschaftlicher Basis und auch die Entscheidung, dass Kutschera absagte. Er meinte, dass damit einer der schärfsten Gegner der Evolutionstheorien einer Debatte naturwissenschaftlicher Art ausweiche. Parallel dazu habe er Verständnis für die Meinung von Ministerpräsident Althaus. Für Scherer sei es nachvollziehbar, dass Althaus diese "unsinnige" Diskussion abbrechen wolle, ob die Staatskanzlei religiösen Fundamentalismus fördere und bedauert den Rummel der Medien um die Debatte. Es würde sich zeigen, dass eine objektive Debatte über Fragen solcher Art fast nicht möglich wären.
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