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Berlin / Deutschland - Die 5. Ringvorlesung, veranstaltet von den Akademienvorhaben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, soll der Frage nach den verschiedenen Personenkonzepten im orientalischen und antiken Altertum, sowie im europäischen Mittelalter bis hin zur Neuzeit nachgehen.
In Geschichte eingebettet finden sich biographische Abläufe, die schriftlich niedergelegt sind in literarischen Berichten, in Mythen und Romanen sowie in zahlreichen biographischen Texten.
Neben charismatischen Personen, die zu Religionsstiftern wurden, wie Mani und Jesus, deren Lebenslegenden großartige mythische Stilisierungen im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben, sollen auch Persönlichkeiten wie der griechische Arzt Galen oder der römische Senator Iulius Agricola in ihrer Selbstdarstellung und in ihrer Wirkung auf Zeitgenossen und nachfolgende Generationen vorgestellt werden.
Kulturelle und religiöse Identität großer sozialer Gruppen speist sich aus der Strahlkraft und mythischen Überhöhung solcher Persönlichkeiten. Bedingungen und Formen der Darstellung von Personen sind kulturspezifisch sehr verschieden, spiegeln aber immer ganz deutlich die Sinnzusammenhänge der jeweiligen Gesellschaft. Auch individuelle Zeugnisse von Einzelpersonen weisen stets auf geltende religiöse und ethische Vorstellungen. Noch bis in die beginnenden Neuzeit wurde auf uralte oder gar göttliche Genealogien verwiesen, um die eigene Legitimation für Herrschaft und Ansehen zu stabilisieren.
Personenkonzepte sind soziale Erscheinungen. So bietet ein Vergleich antiker und außereuropäischer Personenkonzepte mit dem eurozentristischen Personenkonzept einen hochaktuellen Ansatzpunkt für das schwierige Verhältnis zwischen moderner Individualität und gesellschaftlich-kultureller Identität.
Ringvorlesung: 1. November 2005 - 21. Februar 2006, jeweils Dienstag 19 Uhr s.t. - Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Einstein-Saal - Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
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