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Moskau / Russland - Ein Jahr ist vergangen, seit in einer Schule in Beslan etwa 300 Menschen ums Leben kamen. Das Geiseldrama forderte viele Kinderopfer und stürzte Eltern in Traurigkeit und Verzweiflung. Dies machten sich einige Sekzenführer zu Nutzen, um mit dubiosen Versprechungen neue Anhänger zu gewinnen. Mitglieder der Scientology-Bewegung, der Zeugen Jehovas und anderer Gruppierungen reisten nach Beslan und versuchten die verwaisten Eltern zu missionieren.
Einer dieser Sekten war die Gefolgschaft des selbsternannten Messias Grigori Grabovoi. Dieser versprach den trauernden Eltern, dass er die Ermordeten wiederauferstehen lassen könnte. Hinsichtlich des schmerzhaften Verlustes vertrauten viele den Versprechungen des Sekten-Führers und bezahlten die umgerechnet 1000€, die er für die Wiedererweckung verlangte.
Das trotz der angeblichen Wiedererweckungsversuche keiner der Toten zu den Lebenden zurückkehrte, erklärte der Sekten-Chef damit, dass sich die Verstorbenen weigerten wiedererweckt zu werden oder sich an einem "unbekannten Ort" aufhalten. Und um diesen "unbekannten Ort" ausfindig zumachen, müssten sich die Angehörigen der getöteten Kinder in die Lehren des Grabovois vertiefen, um eine spirituelle Verbindung eingehen zu können. Auf diesem Wege gewann Grigori Grabovoi viele Anhänger, die sich an seine falschen Versprechungen klammerten.
Einige Mitglieder der, nach dem schrecklichen September des Jahres 2004, gegründeten Bürgerinitiative "Mütter von Beslan" sind mittlerweile Jünger des selbsternannten Messias und propagieren, wie etwa auf dem vor kurzen stattgefundenen Kongress im Moskauer Hotel Kosmos, die Praktiken und heilenden Kräfte von Grigori Grabovoi.
So sprach zum Beispiel auch Susanna Dudijewa, die Vorsitzende der "Mütter von Beslan" auf dem Kongress: "Ich glaube an das Wunder der Auferstehung. Ich habe meinen Kindern immer Geschichten von Feen und Wundern vorgelesen und ich habe ihnen gesagt, dass sie daran glauben sollen. Ich sagte ihnen, dass es einen Gott gibt."
Mit diesen Worten versuchte die Vorsitzende, vor allem in den Reihen der Bürgerinitiative, neue Anhänger zu gewinnen und schürte die Hoffnung, dass die toten Kinder doch noch zurückkehren können.
Derzeit plant der 42jährige Sekten-Chef angeblich auch die Teilnahme an den kommenden Präsidentschaftswahlen und erklärte auf dem Kongress: "Wir müssen endlich die politische Macht in unsere Hände nehmen."
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