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Antwerpen / Belgien – Die Spinnenforscher Koen und Johan Van Keer gaben vergangenen Montag in einem Artikel in der flämischen Zeitung "Da Morgen" bekannt, dass sich die heimische Artenvielfalt vergrößert hat. Sie behaupteten, dass einige Spinnenarten aus eigener Kraft zugewandert seien. Möglicher Grund könnte die Klimaveränderung der letzten Jahre sein, gaben die beiden Forscher an. Mit 105 verschiedenen Spinnenarten wären dies ca. doppelt so viele, als zu Beginn eines im Jahr 2004 gestarteten Forschungsprojekts.
Einige Spinnenarten sind schon länger in der Hafenstadt bekannt, aber es gibt auch Exoten darunter, wie zum Beispiel eine Sackspinne (Clubiona leucaspis). Sie wurde von den Forschern auf einer Baumrinde entdeckt und ist eine in südlichen Ländern lebende Art. Des weiteren gaben die Forscher an, dass sie keinesfalls eingeschleppt wurde, sondern aus eigener Kraft nach Belgien fand. In den 50er Jahren wurde eine harmlosere Variante der Schwarzen Witwe, Kugelspinne (Steatoda grossa), als "blinder Passagier" von einem Schiff eingeschleppt. Steatoda grossa ist mittlerweile in jedem Keller in Antwerpen zu finden, gaben die Van Keers an.
Die meisten Spinnen produzieren Gift, so auch die Mauerwinkelspinne (Tegenaria parietina), aber gerade diese Spinne scheint eine extreme Beißhemmung zu haben. Zu diesem Ergebnis kamen die Spinnenforscher, da die Spinne ruhig blieb und sich nicht provozieren ließ, obwohl das Tier fast gequält wurde, damit es endlich mal zubeißt. Die Tegenaria parietina stellt keinerlei Gefahr für den Menschen dar, meinten beide.
Der Arachnologe Dirk Kunz vom Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg ließ verlauten, dass fast alle Spinnenarten, außer einigen Vertretern einer Spinnenfamilie, generell Gift hätten. Allerdings werden lediglich zwei Spinnenarten dem Menschen gefährlich. Keine der giftigen Arten lebe davon in Deutschland. Bisse von der seltenen Wasserspinne und der Dornfingerspinne seien nicht schlimmer als Bienen- oder Wespenstiche, gab der Experte an. Der Rest der Spinnenarten kann zwar auch beißen, aber etwa 50% kommt nicht durch menschliche Haut. Da Menschen keine Beute für Spinnen darstellen, rennen die meisten Arten zunächst weg, würden nur im Notfall zubeißen und verspritzen nicht ihr langwierig produziertes Gift, erklärte Dirk Kunz.
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