
Überblick der Teilnehmerrunde
© Dennis Kirstein
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Vortrag von Dr. Jens Waldeck
© Dennis Kirstein
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Abendessen beim Italiener nach der Vortragsreihe am Samstag
© Dennis Kirstein
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Alle Jahre wieder richtet der UFO-Verein DEGUFO e.V. im September seine Mitgliederversammlung mit anschließender offener Vortragsrunde für alle Interessierten der Thematik aus. So war es auch in diesem Jahr am 3.September der Fall. Sehr löblich, wenn man sich einmal umschaut, wie andere Organisationen die Flügel hängen lassen und solche Tage schon gar nicht mehr veranstalten, was ich persönlich sehr bedauere.
Das diesjährige Vortragsprogramm sah einen Einblick in die rechte Flugscheibenszene, einen skurrilen Beispielfall zur UFO-Entführungsthematik und einen Abriss des Orbs-Phänomens vor.
Dadurch, dass das Vortragsprogramm zeitlich etwas nach Vorne geschoben wurde kamen mein Begleiter Roland Gehardt und ich leider etwas verspätet, sodass Hr. Ingbert Jüdt mit seinem Vortrag Deutsche Flugscheiben – die rechtsradikale Ausbeutung des UFO-Thema bereits voll im Gange war. Herr Jüdt berichtete im ersten Teil seines hoch interessanten Vortrags über die Entstehungsgeschichte des Flugscheibenmythos um anschließend auf die Protagonisten dieser rechten Szene einzugehen. So ist beispielweise der Neonazi Wilhelm Landig davon überzeugt, dass Flugscheiben nichts mit Außerirdischen zu tun hätten, sondern allein von Menschen der arischen Rasse erbaut wurden. Der Neonazi Ernst Zündel, bekennender Holocaustleugner, vermutet gar Stützpunkte der Flugscheiben in der Antarktisregion Neuschwabenland. Ingbert Jüdt führt aus, dass „das Flugscheibenthema und der Neonationalismus nicht von einander zu trennen sind“, da bereits die Entstehungsgeschichte des Mythos braun unterwandert sei. Die Protagonisten der Szene kennen sich untereinander recht gut und es scheint so, als sei Wien ihr Dreh- und Angelpunkt.
Jüdt´s Vortrag entpuppte sich in der Folge als der interessanteste Vortrag des Tages, denn nach ihm folgte Hr. Dr. Jens Waldeck, der mit seiner stets ungewollt humorvollen Art über das UFO und Entführungsphänomen. Wie Weiter? berichtete, wobei sich mir schnell die Frage stellte, was der Titel mit dem eigentlichen Vortrag zu tun hatte. Waldeck berichtet über den Fall des Reinhard Fischer, der, eigentlich gar nicht mysteriös, auf einer Autobahnhaltestelle zwei „Italienern“ begegnet sein wollte, die ihn ansprachen, vorgaben ihn zu kennen um ihm dann Dinge verkaufen zu wollten. Vielleicht liegt es auch an meiner Auffassungsgabe, aber ich konnte den Zusammenhang zum Titelthema und zum Mysteriösen eigentlich nicht wirklich feststellen.
Interessanter war dann doch die Aussage Waldeck´s, dass das Entführungsphänomen in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat und dies auch zukünftig so sein wird. Unerfreulicher wurde Waldeck im zweiten Teil seines Vortrages, in dem es darum ging, wie man Skeptiker los wird. Als Beispiel galt natürlich der in der Pro-Szene allseits unbeliebte UFO-Skeptiker Werner Walter. Mit der Fragestellung, wie man mit solchen Menschen umgehen sollte, kam auch gleich ein unqualifizierter Beitrag einer älteren Dame „Man solle ihn halt dumm sterben lassen.“ Erst in Gesprächen am späteren Abend stellte sich für mich heraus, dass diese Dame vor ihrem Renteneintritt als Gynäkologin tätig war und als solche dem Expertenteam um den verstorbenen Entführungsexperten Johannes Fiebag angehörte. Dachte ich bisher, dass dieses Expertenteam aus unbefangenen Ärzten unterschiedlicher Richtungen bestand, so sah ich mich hier einer Esoterikerin gegenüber, die leider gar nicht unbefangen schien.
Waldeck kam während seines Vortrags auch auf die erst kürzlich erfolgte UFO-Sichtung von Werner Walter zu sprechen und bemerkte, dass „Werner Walter eine Erklärung zwanghaft finden muss, da er ja ansonsten ganz wirr im Kopf werde“. Wie Herr Waldeck zu dieser Einschätzung kam, wurde mir nicht klar, da er späteren Nachfragen gezielt aus dem Weg ging. Erfreulicher war hier die Beschlussfassung der Runde, Herr Werner Walter für die Tagung 2006 einladen zu wollen. Ich halte es generell für sinnvoll, sich an einen gemeinsamen Tisch zu setzen, anstatt ohne Beisein einer Person über diese sich auszulassen. So ist diese Beschlussfassung nur zu begrüßen.
Den kontroversesten Beitrag des Tages lieferte im Anschluss Hr. Dipl.-Ing. Peter Hattwig mit dem Thema Systematische Untersuchung zum Lichtkugelphänomen, wobei hiermit die Orbs gemeint sind. Orbs sind, soweit resultierte Hattwig noch selbst, meist runde, durchsichtige Gebilde, die auf Fotoaufnahmen zu sehen sind, sobald man bei Regen mit Blitzlicht in den Regen fotografiert. Genauso kurz vor oder nach einem Regenguss bzw. Schneefall. Was Hr. Hattwig, der extra für diesen Vortrag noch zahlreiche eigene Orbs-Fotos erstellte, nicht einsehen wollte, ist, dass seine fotografierten Orbs nichts weiter als eben jene Regentropfen selbst waren, die aufgrund des gestörten Autosuchers des Objektivs und des Blitzlichts eben solche „ Orbs erzeugt. Das gleiche Phänomen begegnet uns, wenn man in den Sonnenschein fotografiert oder in der Nacht kleine Insekten vor der Linse mit Blitzlicht fotografiert. Hier wird man nicht deutlich uns klar ein Insekt oder Regentropfen erkennen, sondern stets ein verschwommenes, meist rundes Artefakt. Dem größten Teil der anwesenden DEGUFO-Mitglieder war dieser Umstand bekannt und so kam es zeitweise zu intensiven Diskussionen, die aber leider zu keinem Einlenken des Referenten führten. Für ihn steht fest: „Ich sehe keine Lösung für das Phänomen, Orbs haben keine natürliche Erklärung“. Vielmehr geht der Referent davon aus, dass das Phänomen außerirdischen Ursprungs ist, möglicherweise eine Art Überwachungsdrohnen einer fremden Intelligenz. Ich, für meinen Teil, habe mir fest vorgenommen beim nächsten Regenfall selbst einmal „Orbs“ zu fotografieren... Am späteren Abend ging die versammelte Runde beim Italiener esse und hier kam es durch eine Tagungsteilnehmerin noch zu der Theorie, das diese Orbs vielleicht eine Art reinigende Wirkung der Seelen hätten, genauso wie der Regen eine Art Reinigung der Natur sei. Ich möchte dies unkommentiert stehen lassen.
Leider war der Tag mal wieder viel zu schnell vorbei und das Wiedersehen mit einigen netten Kollegen und UFOZINE-Stammautoren viel zu kurz. Die nächste Möglichkeit auf ein gemeinsames Treffen bietet sich bei der UFO-Tagung deutscher UFO-Forscher am 1. und 2.Oktober 2005 in Cröffelbach, nahe Schwäbisch Hall.
(DK)
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