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Berlin - "Was sich vielleicht wie Phantastereien anhört, könnte bald Realität werden," ließ der Agrarökonom Jason Matheny in einer Pressemitteilung verlauten. Damit meinte er die Herstellung von künstlichem Fleisch im Labor und fügte hinzu, dass die dafür notwendige Technik nun vorhanden sei. Zumindest wäre dies bisher mit einer Hühnerformfleisch schon gelungen. Es würden Probleme wie Massentierhaltung, BSE und viele andere Seuchen bald der Vergangenheit angehören und auch kein Tier müsste mehr für Nahrung sterben.
Da Fleisch meistens aus gebündelten Muskelzellen besteht und von Bindegewebszellen bzw. Fettzellen durchwachsen ist, wäre dies die Grundlage für die Idee, um ein Steak aus der Retorte zu gewinnen. Allerdings müsste man Zellen züchten und in einem bestimmten Verhältnis zusammenbringen.
Als Nährboden für die biotechnische Fleischgewinnung dient eine Nährlösung, die aus Rinderföten gewonnen wird und bisher noch sehr teuer ist. Diese Tatsache birgt noch Gefahren von BSE oder andere infektionen, die noch nicht abzusehen sind und deshalb würde ein Kilogramm Fleisch rund 400.000 Euro kosten.
Forscher aus aller Welt machten sich an die Arbeit, um einen alternativen Nährboden für das Fleisch aus der Retorte zu finden. Hier würden sich eventuelle Alternativen wie Pflanzen und Pilze anbieten.
Die Wissenschaftler vertrauen darauf, dass aus sogenannten Myoblasten eine Art Vorstufe zu Skelettmuskelzellen, bei denen durch Fusionen eine Art Muskelgewebe entsteht. Matheny ist der Ansicht, dass auch der Geschmack der Retorten-Steaks noch zu wünschen übrig lässt und es deswegen auch noch etwas zu früh für Euphorien wäre. Schätzungsweise würden nach seiner Auffassung noch Jahrzehnte vergehen, bis man das Fleisch aus dem Labor genießen könne.
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