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 Kategorie: Klimaforschung

Hochwasser als Folge der globalen Erwärmung

27.08.2005  10:00 Uhr



Erdoberfläche und Atmosphären - Aufgenommen während der STS-96 Mission 1999.
© NASA


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Wien / Österreich - Nach den verheerenden Überschwemmungen in Österreich und Süddeutschland werden Stimmen laut, die wieder einmal von den Folgen der Klimaveränderung sprechen. Bestätigt werden diese Untersuchungen von Berechnungen der Münchner Rückversicherung. In diesen Statistiken wird klar, dass die wetterbedingten Katastrophen global rasant zugenommen haben. Waren es zwischen 1950 und 1959 nur 13 Großereignisse, traten zwischen 1990 und 1999 insgesamt 74 solcher Katastrophen auf.

Wissenschaftler sind sehr vorsichtig mit der Prognose solcher Ableitungen auf die globale Klimaerwärmung. Internationale Klimamodelle sind sehr komplex, meint der Klimaforscher Herbert Formayer von der Wiener Universität für Bodenkultur. Für die heftigen Niederschläge, die zum Hochwasser führten, ist eine spezielle Wetterlage, namens Genua-Tief oder 5b-Wetterlage, notwendig, erklärt der Experte, der gemeinsam mit der Klimatologin Helga Kromp-Kolb das "Schwarzbuch Klima" editiert hat. Eine solche 5b-Lage entsteht, wenn sich im Golf von Genua ein Tiefdruckgebiet bildet, das vom Westen Richtung Osten über das Mittelmeer zieht. Wenn das Wetter rundum wärmer ist, ist diese Front dementsprechend heftiger. "Solche Wetterlagen kommen laufend vor", meint Formayer. Problematisch sind sie allerdings im Sommer. Und dabei sieht der Experte sehr wohl eine auffällige Zunahme.

"Das Wasserangebot entscheidet schließlich darüber, ob diese Wetterlage ein Potenzial zu einer Katastrophe hat oder nicht", schlussfolgert der Experte. Dass die Temperatur eine wesentliche Rolle spielt, ist nicht von der Hand zu weisen, berichten auch Forscher wie Daniela Jacob vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Extrem heiße Sommer, sintflutartige Regenfälle und heftige Stürme hängen mittelbar mit der globalen Erwärmung zusammen. "Die Niederschlagsmenge bleibt im Mittel in Österreich gleich, hat zumindest das regionale EU-Klimaforschungsprojekt Prudence ergeben. Allerdings wird es zu einer Intensivierung der Niederschläge kommen", so Formayer. Das bedeute auch, dass sich Menschen in Europa auf häufigere Extremwetterlagen einstellen müssen.

Im aktuellen Fall war eine Verschärfung der Situation auch deshalb gegeben, weil die Schneegrenze im August auf über 3.000 Meter lag. Der negative Effekt ist dann in den Tälern umso heftiger. Nach den Berichten der Münchner Rückversicherung wird die Verletzlichkeit nach solchen Extremwetterereignissen immer höher. Das bedeutet, dass die Zahl der Schadensfälle steigt. "Wir müssen den Menschen begreiflich machen, nicht dort zu leben, wo sie sich dem Wasser entgegenstellen", meint Ewald Schnug vom Institut für Ökologischen Landbau der Bundesanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig gegenüber pressetext.
(JB)


Quelle:
pte



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