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Taizé / Frankreich - Der am 16.08.2005, ermordete Gründer der internationalen ökumenischen Gemeinschaft Taizé, Frère Roger, wird am Dienstag, den 23. 08.2005, um 14.00 Uhr, in Taizé beigesetzt werden.
Während einer Abendandacht im französischen Burgund mussten ca. 2500 Menschen mit ansehen, wie eine 36jährige Rumänin, den im Rollstuhl sitzenden Geistlichen, ein Messer an den Hals hielt, danach in seine Nackenmuskulatur einstach und dem 90jährigen letztendlich die Kehle durchschnitt.
Nach dem ersten Verhör gab Staatsanwalt Jean-Louis Coste bekannt, dass die Frau, nach eigenen Angaben, den gebürtigen Schweizer nicht töten wollte. "Ich habe Roger lediglich ein Messer an die Kehle gehalten um ihn vor einem Komplott der Freimaurer zu warnen," hätte sie gegenüber den Ermittlungsbeamten ausgesagt. "Roger hat sich bewegt und sich dadurch die Verletzungen selbst zugezogen," äußerte sich die mutmaßliche Mörderin bei den Vernehmungen.
Doch nach ersten Untersuchungen ist sich der Pathologe der Gerichtsmedizin sicher, dass die tödlichen Verwundungen keinesfalls unbeabsichtigt zugefügt wurden. "Dem Opfer wurden willentlich zwei todbringende Stichverletzungen beigebracht, deshalb wird eine Anklage wegen vorsätzlicher Tötung erhoben," erklärte Coste unmissverständlich.
Die Rumänin war in ihrer Heimat in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Wegen schizophrener Störungen nahm sie seit 2003 starke Medikamente, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax unter Berufung auf die Psychiatrische Klinik Socola in der nordrumänischen Stadt Iasi.
Frère Roger, der am 12. Mai 1915 als Roger Schutz-Marsauche in Provence in der Schweiz geboren wurde, wohnte seit 1940 in dem burgundischen Dorf Taizé und legte dort im Jahr 1949, gemeinsam mit sieben anderen Glaubensbrüdern, ein Gelübde ab, das ihn verpflichtete bis zum Tode zölibatär, arm und gehorsam gegenüber der Gemeinschaft zu leben.
Für seinen Einsatz für Frieden bekam Frère Roger etliche Preise. 1974 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels - 1988 den Unesco-Preis für Friedenserziehung - 1989 den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen.
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