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Die Intelligenz der Tiere
Ein Artikel von Lars A. Fischinger
11.08.2005  

 


Handeln Tiere nur aus Instinkt oder gibt es Anzeichen für eine Intelligenz?
© grd
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Tierfreunde, Kurzmeldungen in Zeitungen und sogar Parapsychologen berichten immer wieder über erstaunliches Verhalten von Tieren. Man spricht den Vierbeinern einen „siebten Sinn“ zu. Dieser soll sich beispielsweise auch vor Erdbeben äußern, wenn plötzlich Tiere ohne erkennbaren Grund in Aufregung geraten.

Warum Tiere ohne Frage über scheinbar mehr Sinne verfügen als der Mensch, ist bis heute ungeklärt. Neben offensichtlichern Vorahnungen der Tiere existieren auch zahlreiche Berichte, die scheinbar den Tieren sogar eine Art Intelligenz zubilligen. Beispielsweise über Hunde, die Krebstumore im Körper ihrer Besitzer erkennen können. Immer wieder schnüffeln diese an einer bestimmten Stelle am Körper ihres Frauchens oder Herrchens bis die betreffende Person irgendwann einmal tatsächlich diese Stelle untersuchen lässt.

Eine Versuch in Großbritannien ist ebenfalls sehr von Interesse. Man lies parallel einen Hundebesitzer und sein Tier von zwei Kameras beobachten. Man wollte feststellen, ob der Hund sein Verhalten irgendwie ändert, wenn sein Besitzer sich auf den Weg nach Hause macht. Synchron beobachtete man mit einer Kamera den Mann und mit der anderen Kamera seinen vierbeinigen Freund, der allein Zuhause geblieben ist.

Nach einigen Stunden bekam dann der Hundebesitzer das Signal, er solle zurück in seine Wohnung fahren. Zuvor war der Versuchsperson der Zeitpunkt unbekannt, wann er wieder zurück zu seinem Hund fahren kann. Exakt als nun die Versuchsperson das Zeichen zum Aufbruch bekam, zeigte die zweite Kamera ein seltsames Verhalten des Hundes in seiner Wohnung. Er schien sich offensichtlich zu freuen. Lief zur Haustür, setzte sich und wartete auf sein Herrchen.

Wie ist das zu erklären? Parapsychologische Fähigkeiten wie etwa Telepathie denken einige Grenzwissenschaftler. Natürlich stimmen hier zahlreiche Tierliebhaber unwidersprochen zu. Sie behaupten, dass sie nicht nur ihre Tiere blind verstehen, sondern auch eine Art Kommunikation mit ihnen pflegen.

Magische Kräfte bei Tiere, denken viele, gibt es nicht. Alles sei reiner Instinkt und die Vierbeiner handeln ohne zu denken. Aber nicht nur beliebte Haustiere wie Hund oder Katze erstaunen durch Intelligenz. Berühmt sind beispielsweise auch angeblich die Rechenkunst von fähigen Pferde. Oder auch Säugetiere wie Wale, deren seltsamen Laute oftmals als komplexe Sprache interpretiert werden. Über Elefanten ist sogar bekannt, dass sie über ihre verstorbenen Artgenossen trauern. Gibt es Freundschaften unter Tieren?

Neben Berichten über Rettungen von Menschen durch verschiedene Tiere liegen auch solche vor, dass Tiere selber um ihre Gesundheit bemüht sind.

Anfang der achtziger Jahre berichtete die Moskauer Nachrichtenagentur TASS von einem erstaunlichen Delphin. Russische Fischer, die bei den pazifischen Kurilen-Inseln ihrer Arbeit nachgingen, berichteten, dass ein Delphin verzweifelt versuchte an Bord des Trawlers Ardamatowo zu springen. Als man den Delphin an Deck geholt hatte zeigte sich, dass er an einer Seite eine große Wunde davongetragen hatte.

Der Arzt des Schiffes nahm sich des außergewöhnlichen Patienten an und operierte ihn 1,5 Stunden. Ohne, dass der Delphin sich irgendwie wehrte. Danach überlies man das Tier wieder dem Meer, wo seine Artgenossen ihn „mit einem Freudentanz begrüßten“.

In Großbritannien berichtete ein Tierarzt in dem Verbandsmagazin „The Cat“ von einem noch erstaunlicheren Vorfall. Er bekam Besuch von einer ihm wildfremden Katze, die nach einer Visite des Arztes vor seiner Praxis saß. Das Tier miaute kläglich und folgte dem Arzt in seine Praxis. Hunger hatte sie nicht, denn angebotene Milch lehnte sie ab. Als nun der Veterinär sich zu der Katze herunterbeugte, sah er, dass sie an ihrem Unterkiefer einen großen Abszess hatte. In dem Magazin „The Cat“ berichtet der Tierarzt weiter:

Ich brachte sie in mein Behandlungszimmer, öffnete den Abszess und behandelte die Wunde. Dabei verhielt sich das Tier vollkommen ruhig und unternahm keinen Versuch zu kratzen. Kaum war die Behandlung beendet, sprang die Katze auf den Boden, schnurrte und schmiegte sich dankbar an meine Beine. Dann ging sie nebenan, trank Milch und wollte hinausgelassen werden. Am darauffolgenden Tag zur gleichen Stunde war sie wieder da. An drei Tagen hintereinander erschien sie pünktlich zur Mittagszeit, um sich behandeln zu lassen, bis die Wunde so gut wie verheilt war. Danach blieb sie verschwunden.

Es stellt sich zwangsläufig die Frage, woher wusste die Katze, dass sie bei diesem Mann ihr Geschwür loswerden kann? Der Tierarzt kannte das Tier vorher nicht. Das Verhalten von Tieren wird meist mit reinem Überlebensinstinkt erklärt. Alles, was ein Tier macht, ist gesteuert und nicht wissentlich überlegt. Natürlich wissen Haustiere, dass sie nur zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort gehen müssen, und sie bekommen ihr Futter. Oder, dass sie ihrem Besitzer durch bestimmtes Verhalten anzeigen können, dass sie etwas zu fressen wollen. Der tierische Trieb zum Überleben. Doch wenn Hunde bei einem Wohnungsbrand ihr Herrchen wecken und nicht selber versuchen zu entkommen um zu überleben, ist das noch reiner Erhaltungstrieb?
(laf)





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