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Hatte der Mars ein Magnetfeld?
14.05.2005 15:00 Uhr
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Martian Nord Polar Gegend auf dem Mars
© ESA
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Eingefrorener See auf dem Mars
© ESA
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Der Mars, halb so groß wie unser Heimatplanet mit einer Oberfläche aus tiefen Canyons, turmhohen Vulkanen, ausgedehnte Eisflächen und unzähligen Einschlagkratern, verfügt über eine Atmosphäre die zu 95% aus Kohlendioxid, 2,7% Stickstoff, 1,6% Argon, 0,2% Sauerstoff sowie Spuren von Wasserdampf, Kohlenmonoxid und Edelgasen wie Krypton und Xenon besteht. Sein durchschnittlicher Atmosphärendruck ist vergleichbar mit dem Druck der in unserer Welt in einer Höhe von 35 km vorherrscht.
Seine rote Farbe verdankt der Planet dem beträchtlichen Anteil von Eisenoxiden in Staub und Sand, allerdings besteht der Boden zu 20% aus Silizium, 13% Eisen, wobei Eisenoxide/minerale (z.B. Fe2O3) 20% der Substanz ausmachen, Siliziumminerale dagegen rund 45%, Spuren von Magnesium, Aluminium, Kalzium, Kalium und Schwefel, dessen Konzentration 100 mal höher ist als in unserem Erdenboden.
Ein Tag auf dem roten Planeten ist oftmals von extremen Temperaturschwankungen begleitet, die zwischen - 125 und +35 Grad Celsius liegen und dauert 37 Minuten länger als der in unserer Welt. 687 Tage benötigt er um einmal um die Sonne zu kreisen und ähnlich wie bei uns unterliegt der rote Planet dem Rhythmus der Jahreszeiten.
Vor etwa 3,5 Millionen muss es dort sogar einen Schutz gegen den Partikelstrom der Sonne, das sogenannte Magnetfeld gegeben haben. Das behaupten jedenfalls Planetologen, als sie die von der US-Sonde Mars Global Surveyor gesendeten Messdaten, der beiden Einschlagbecken Hellas Planitia und Argyre Planitia, die sich auf der Südhalbkugel des Mars befinden, auswerteten.
Anscheinend wurden Teile des Mars-Magnetfeldes im Gestein "eingefroren", denn es konnten lokale Magnetisierungen vor allem in der Südhalbkugel nachgewiesen werden
Dies würde bedeuten, dass der Mars einstmals der Erde viel ähnlicher war als bisher vermutet. Seine bandförmigen Muster von Magnetfeldern weisen eine erstaunliche Übereinstimmung mit jenen auf, die man auf dem Grund unserer Ozeane findet, dort wo Kontinentalplatten auseinanderdriften und neues Material aus dem Erdinneren nach oben strömt.
Auf der Erde schützt das Magnetfeld die Atmosphäre, indem es elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds abfängt und sie um den Globus leitet. Ohne dieses Feld wäre ein Kompass wertlos. Erst die Sonne ermöglicht als Licht- und Wärmespender das Leben auf unserem Heimatplaneten, doch ohne den Schutz, könnte sie mit ihrer Strahlung und den von ihr ausgehenden Teilchenströmen auch alles Leben vernichten.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass das fehlende Magnetfeld des roten Planeten, die energiereichen Sonnenwinde fast ungehindert auf die Marsatmosphäre einwirken lassen und auf diese Weise für den Verlust der Atmosphäre gesorgt haben.
Astrophysiker sind sich sicher, dass unterhalb einer Grenze, der induzierten Magnetosphärengrenze (IMB), in einer Höhe von 650 bis 1200 Kilometern über der Marsoberfläche, planetare Ionen, vor allem Wasserstoff und Sauerstoff, das Plasma, Wasserstoffionen und Elektronen bewegen sich getrennt voneinander, dominieren. Unterhalb der Photoelektronengrenze (PEB), in einer Höhe von 250 bis 500 Kilometern, befinden sich hauptsächlich ionosphärische Elektronen, die durch die UV-Strahlung der Sonne entstehen.
Die genaue Auswertung der neusten Daten soll Aufschluss darüber geben, warum der rote Planet in den vergangenen 3,5 Millionen Jahre seine vermuteten Ozeane und seine einst dichte Atmosphäre verloren hat.
(SvF)
Quelle:
NASA
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