Keine Einigung nach erstem Wahlgang
18.04.2005 22:05 Uhr
Rom – Nachdem sich die Türen der sixtinischen Kapelle heute am frühen Abend (17:50 Uhr) zu größten Papstwahl der Geschichte schlossen, stieg um 20:04 schwarzer Qualm über dem Vatikan auf: Die 115 wahlberechtigten Kardinäle konnten sich beim ersten Wahlgang auf keinen neuen Papst einigen.
Von weltweit insgesamt 183 Kardinälen dürfen nur die Kardinäle einen Papst wählen, die unter 80 Jahre alt sind. Der Papst kann daher nur von 117 Kardinälen gewählt werden. Doch nur 115 wählen, da zwei krank sind (Jaime Sin von den Philippinen und der Mexikaner Alfonso Antonio Suarez Rivera). Europa stellt 58 (20 Italiener), Lateinamerika 21, Nordamerika 14, Afrika und Asien jeweils 11 und Australien und Neuseeland 2 Kardinäle.
Nach mindestens 14 Tage Trauer um den alten Papst muss spätestens am 20. Tag nach seinem Tod das Konklave zusammenfinden. Die Kardinäle dürfen sich nicht absprechen und es wird auch kein „Wahlkampf“ geführt. Die Wahlberechtigten schreiben ihre Favoriten mit möglichst verstellter Schrift auf einen weißen Zettel.
Bei den ersten 30 Wahlgängen ist eine 2/3 Mehrheit notwendig, ab dem 31ten reicht die einfache Mehrheit. Nach jedem Wahlgang werden die ausgezählten Zettel in der sixtinischen Kapelle mit Pech (schwarzer Rauch) oder Öl (weißer Rauch) verbrannt. Durch diese Rauchzeichen über dem Vatikan erfährt die Öffentlichkeit, ob ein neuer Papst gefunden wurde (weißer Rauch) oder ob sich die Kardinäle uneinig waren und ein neuer Wahlgang notwendig wird (schwarzer Rauch).
Während die Kardinäle über den neuen Papst beraten, ist der Vatikan hermetisch von der Öffentlichkeit abgeriegelt. Obwohl sie sich zum ersten Mal in der Geschichte der katholischen Kirche frei im Vatikan bewegen können und nicht mehr im Gästehaus und der sixtinischen Kapelle eingemauert werden, wurden strenge Sicherheitsmaßnahmen getroffen: Modernste Antispionagetechnik wird eingesetzt, um die Entscheidung bis zum langerwarteten „habemus papam“ („wir haben einen Papst“) geheim zuhalten.
(mao)
Quelle: www.paranews.net
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